Fastfood-Aktien im Vergleich: McDonald’s, Starbucks und Yum! Brands

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Während sich Starbucks und Yum! Brands gerade in Asien auf Erfolgskurs befinden, laufen McDonald’s die Kunden weg. (Foto: Grand Warszawski / shutterstock.com)

Nicht nur die US-Verbraucher gehen seltener zu McDonald’s, auch die deutschen Konsumenten machen immer öfter einen Bogen um die Fast-Food-Kette und haben ihr damit einen Gewinnrückgang um 5% auf 1,2 Mrd $ eingebrockt.

Dank Neueröffnungen von Läden und teurerer Bestellungen durch die Kunden konnte McDonald’s im 1. Quartal den Umsatz letztlich noch um 1% auf 6,7 Mrd $ steigern. Insbesondere in US-Restaurants, die schon länger als ein Jahr in Betrieb sind, ging der Umsatz unerwartet stark zurück. Schon zum Jahresende 2013 hatten viele Amerikaner wegen der Kältewelle auf einen Besuch bei McDonald’s verzichtet. Besser lief es dagegen in Europa und Asien.

Dazu kommen der scharfe Wettbewerb in der Branche sowie hausgemachte Probleme. McDonald’s muss sich immer wieder anhören, durch sein Essen zum Übergewicht bei vielen Menschen beizutragen. Dazu kommt der Vorwurf, dass McDonald’s seine Mitarbeiter schlecht bezahlt. Beschäftigte in drei US-Bundesstaaten hatten die Kette deswegen im März verklagt. Der Konzern will jetzt vor allem die vier Kernmärkte wieder auf Vordermann bringen, die nach wie vor schwächeln.

Dazu zählen neben den USA und Deutschland auch Australien und Japan. Nach den Worten von Konzernchef Don Thompson muss sich McDonald’s weiterentwickeln, um eine vertrauenswürdige Marke zu bleiben. Die Fast-Food-Kette versucht, mit neuen Angeboten die Gäste zu locken, etwa mit mehr Frühstücksauswahl oder Salaten. Zugleich stößt McDonald’s in neue Märkte vor. So eröffnete im Februar die erste Filiale in Vietnam. Bestehende Restaurants sollen modernisiert werden.

Unternehmensporträt

McDonald’s (MCD) betreibt mit mehr als 35.400 Einheiten in über 100 Ländern weltweit das zweitgrößte Netz von Schnellimbiss-Restaurants, von denen etwa 80% als Franchise-Unternehmen vergeben sind. Die Fast-Food-Kette zählt dabei täglich mehr als 70 Mio Restaurantbesucher. Zu McDonald’s gehören zahlreiche bekannte Gastronomie-Marken wie Aroma Café und Donatos Pizza.

Starbucks wächst dank Spezialitäten wie Caffè Latte oder Caramel Macchiato ungebrochen

Der Umsatz stieg im 2. Quartal um 9% auf 3,9 Mrd $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn gleichermaßen auf 427 Mio $. Zu dem Rekordergebnis trugen ein größerer Kundenansturm auf bestehende Filialen, aber auch zahlreiche Neueröffnungen bei. Besonders stark legte Starbucks in Asien zu. Doch auch die Region Europa wuchs kräftig, nachdem es dort vor einem Jahr große Probleme gab. Danach folgte der Heimatmarkt Amerika. Hier ist Starbucks bereits vielerorts vertreten und erwirtschaftet etwa drei Viertel seines Umsatzes.

Insgesamt kommt Starbucks jetzt auf mehr als 20.500 Läden weltweit

Das waren fast 1.700 mehr als im Vorjahr. 2014 sollen weitere 1.500 Läden dazukommen, und der Umsatz soll um mindestens 10% steigen. Das Erfolgskonzept ist kein Geheimnis. Abseits von Kaffee und Kuchen erschließt sich die Kette neue Geschäftsfelder, kaufte einen Teehändler, eine Saftfirma und eine Großbäckerei. Inzwischen werden viele ihrer Produkte auch in Supermärkten angeboten. Unter dem Namen Verismo bietet Starbucks außerdem Kaffeemaschinen für Kaffeekapseln an. Operativ setzt Starbucks weiterhin auf Wachstum.

Die neueste Zielregion lautet Lateinamerika. Dort geht es um Filialen in Panama, Kolumbien und Bolivien. Doch auch die bestehenden Kunden sollen verleitet werden, noch mehr Starbucks-Produkte zu kaufen.

Kaffee, Gebäck und Tee – Skaleneffekte mit entsprechenden Erfolgen lassen sich klar erkennen. Zudem will der Konzern neue Kunden in die bestehenden Filialen locken.

Unternehmensporträt

Starbucks betreibt weltweit 20.500 Coffee-Shops. Daneben verfügt die Kaffeehauskette über eigene Röstereien. Außer hochwertigen Kaffeespezialitäten verkauft das Unternehmen Komplementärprodukte wie Kaffeemaschinen und andere Accessoires. Der Vertrieb über Filialen wird ergänzt durch Joint Ventures, Verkäufe an Restaurantketten und durch den Versandhandel. In den USA werden rund 73% der Umsätze erzielt.

Yum! Brands hat den Gewinn je Aktie 11 Jahre in Folge gesteigert

Doch 2013 klappte es nicht; es war ein schlechtes Jahr. Ein Lebensmittelskandal in China unterbrach die bisher perfekte Erfolgsserie. Rasant verbreitete sich über soziale Medien die Nachricht, dass in Hähnchen chemische Rückstände gefunden worden waren – ein Schock für die Konzerntochter KFC.

Die Folge: Umsatz und Gewinn brachen in China prozentual zweistellig ein – im wichtigsten Markt, wo der Konzern die Hälfte der zuletzt 13 Mrd $ Umsatz pro Jahr erwirtschaftet. Jetzt werden die Zulieferer viel strenger kontrolliert, und der Chef wirbt zudem mit einer TV-Kampagne um mehr Vertrauen. 2014 soll der operative Gewinn in China auch dank modernerer Vertriebsmethoden wieder 1 Mrd $ erreichen – wie zuletzt 2012.

Als Nächstes geht Pizza Hut in China in die Offensive

Die Zahl der Filialen soll auf 1.000 verdoppelt werden. Zudem öffnen die Türen des Pizzabäckers neuerdings schon zur Frühstückszeit. Zu Ei, Schinken und Toast gibt es unbegrenzt Kaffee. Der Umsatz je Gast stieg um 30%. Pizza Hut dehnte sogar den Lieferservice auf traditionelle chinesische Gerichte aus: Mit dem Moped wird jetzt auch Gemüsereis mit Huhn an die Haustür geliefert.

Yum! Brands befindet sich trotz des Rückschlags in China wieder auf Erfolgskurs. Im 1. Quartal stiegen Umsatz und Gewinn wie in alten Zeiten. 2013 sollte ein Ausrutscher bleiben.

Unternehmensporträt

Das Unternehmen wurde 1997 als TRICON Global Restaurants gegründet und 2002 in Yum! Brands umbenannt. Heute betreibt der Konzern in Eigenregie und als Franchisegeber über 40.311 Filialen in 110 Ländern und ist vor McDonald’s die weltgrößte Schnellrestaurantkette. Zu den Marken gehören KFC (Kentucky Fried Chicken), Pizza Hut und Taco Bell.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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