Fazit: Sachwerte (Immobilien, Autos, Uhren) und Ihre Wertsteigerungsmöglichkeiten

Immobilien sind ein tolles Investment und einzigartig? Die erste These lässt sich leicht mit ja beantworten. Ansonsten haben Sachwerte verschiedener Art erstaunliche Gemeinsamkeiten. (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Sachwerte gibt es etliche und doch muss es nicht immer Gold oder Aktien sein. Allen Sachwerten gemein ist die Tatsache, dass sie physisch vorhanden sind (auch hinter einer Aktie steht ein Unternehmen), im Wert beständig und gemeinhin als inflationssicher gelten. Bei manchen wird lediglich auf die Wertbeständigkeit gesetzt, andere erwirtschaften gar eine Rendite. Beispiele für letztere Variante sind Immobilien mit Mieteinnahmen oder Aktien mit Dividendenausschüttungen.

In den letzten drei Dienstagsausgaben dieses Newsletters durften Sie verschiedene Sachwerte kennen lernen: Autos, Uhren und eben Immobilien. Diese Ausgabe verkörpert nun das Fazit.

Ein kurzer Rückblick

Wir haben gesehen, dass manche Porschemodelle, Rolex-Uhren und Immobilien über Jahrzehnte im Wert gestiegen sind, wohingegen andere Autos, Uhren oder auch Immobilien an Wert verloren haben. Um rauszufinden, warum dieses Wertsteigerungspotenzial leider nicht alle Vertreter einer Art bergen, macht es Sinn, sich die Parallelen der verschiedenen Sachwerte näher anzusehen.

Neue Modelle werden immer teurer

Egal ob Rolex Submariner, Porsche 911, als auch Neubauten bei Immobilien: Alles was neu ist, wird auf lange Sicht teurer.

Gründe dafür gibt es diverse, die häufigsten sind: Inflationsausgleich, gestiegene Material- und Personalkosten bei Produktion und Verkauf, neue Normen und Vorschriften, etc.

Dadurch steigen auch die Preise der gebrauchten Vertreter

Wenn die Preise neuer Rolex-Uhren, Porschewägen und Neubauimmobilien ansteigen, folgen in der Regel in kurzen Abständen auch die Vertreter auf dem Gebrauchtmarkt.

Ganz simpel erklärt: Wenn ein neues Rolex-Modell 6.800 Euro kostet, sind viele bereit, auf dem Gebrauchtmarkt beispielsweise 5.000 für ein gebrauchtes, älteres zu bezahlen. Und das hat irgendwann einmal beispielsweise nur umgerechnet 3.000 Euro oder noch weiter zurück gar nur 300 Euro gekostet.

Weder alle Uhren noch alle Autos noch alle Immobilien bieten von Grund auf Wertsteigerungspotenzial

Eine beliebige Casio-Uhr, ein alter Opel Corsa oder die Eigentumswohnung in Gera bezeugen, dass der ursprüngliche Wert und Kaufpreis auf lange Sicht auch nach unten gehen kann. In manchen Fällen gar gegen Null.

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Das Wertsteigerungspotenzial ist als massiv an bestimmte Faktoren gekoppelt:

  • Marke und Modell (Autos und Uhren),
  • Lage (Immobilien)…

… und damit an die wichtigste aller Voraussetzungen: Die NACHFRAGE

Die Nachfrage bestimmt das Wertsteigerungspotenzial!

Und noch wichtiger: Nachfrage ist nicht zufällig.

Während die Modelle von Rolex und Porsche mit Sicherheit zu den besten Vertretern ihrer Zunft gehören, sind es auch Geschichte und Mythos, die eine ständige und globale Nachfrage am Leben erhalten bzw. gar weiter befeuern.

Bei Immobilien sind die Nachfragefaktoren noch deutlich härter bzw. objektiver, beispielsweise demographische Entwicklung und Entwicklung des Arbeitsmarktes.

Es handelt sich um messbare Faktoren, die für den Erfolg eines Standortes entscheidend sind. Und diese Faktoren ändern sich nicht von heute auf morgen, sondern haben sich über Jahre oder gar Jahrzehnte ausgebildet.

Auch lassen sich bei Immobilien diese Faktoren – je nach Standort – mehr oder weniger leicht für die letzten Jahre abprüfen und zeichnen dabei eine deutliche Tendenz. Natürlich kann niemand die genau Zukunft vorhersagen, schon gar nicht für 10 oder 20 Jahre, aber eine wahrscheinliche Entwicklung für die nächsten Jahre ist auf jeden Fall möglich. Verstehen Sie mich dabei aber unbedingt richtig: Das heißt nicht, dass es nur nach oben gehen kann. Eine lineare Wertsteigerung, wie wir sie an manchen Standorten seit ca. 10 Jahren erleben, ist die Ausnahme. Regelmäßige Preiskorrekturen – auch nach unten – sind normal. Auf lange Sicht aber gewinnen Sie am richtigen Standort.

Fazit

  • Wertsteigerungen sind bei Immobilien, wie bei vielen anderen Sachwerten auch, kalkulierbar
  • Suchen Sie den Standort Ihrer Immobilie mit Bedacht aus
  • Setzen Sie langfristig(!) auf Wertsteigerungen (> 15 Jahre), nicht kurz- oder mittelfristig
  • Wertsteigerungen stehen und fallen mit der NACHFRAGE im jeweiligen Markt. Diese ist oftmals recherchierbar und von empirischen Faktoren abhängig

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wo Nachfrage herrscht, wird neu gebaut. Wo (teuer) neu gebaut wird, ziehen Bestandsbauten im Preis nach. Wo keine Nachfrage herrscht, wird nicht neu gebaut. An wen sollte der Bauherr auch verkaufen?


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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