FED kauft weniger Staatsanleihen: Aktienmarkt steigt trotzdem

US-Notenbank fährt Käufe von Staatsanleihen zurück (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern Abend hat die US-Notenbank FED verkündet, ab Januar 2014 monatlich 10 Mrd. $ weniger an US-Staatsanleihen aufzukaufen.

Die Aktienmärkte reagierten mit einem Kursfeuerwerk: Der S&P 500 stieg gestern um 1,66% an, der Dow Jones sogar um 1,84%.

Damit ist der für Mitte 2014 anberaumte endgültige Ausstieg aus dem laufenden Anleihenkaufprogramm Quantitative Easing 3 (QE 3) eingeleitet. Bislang kauft die FED noch US-Staatsanleihen im Umfang von monatlich 85 Mrd. $.

Die Meldung über die Reduktion des Kaufvolumens um 10 Mrd. $ auf dann zunächst 75 Mrd. $ pro Monat kam überraschend. Die meisten Marktteilnehmer hatten erst zu einem späteren Zeitpunkt damit gerechnet.

Warum beginnt die FED nun doch bereits so früh, bei den Anleihenkäufen auf die Bremse zu treten? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Sie als Aktien-Anleger

Die Gründe der FED für den „sanften“ Ausstieg

Mitte 2014 beendet die FED QE3 und hört mit den Käufen von US-Staatsanleihen auf. Als die FED die Vorgängerprogramme QE 1 & 2 jeweils stoppte, kam es im Frühjahr 2010 und im Sommer 2011 zu Marktturbulenzen.

Die FED möchte mit dem schrittweisen Ausstieg die Marktteilnehmer psychologisch auf das endgültige Ende von QE 3 im Sommer 2014 vorbereiten, damit es bei einem abrupten Ende nicht zu ähnlichen Verwerfungen an den Märkten kommt wie damals.

Und grundsätzlich geben die realwirtschaftlichen Entwicklungen mittlerweile Anlass zum Optimismus, sodass weitere Stützungskäufe auch nicht mehr nötig sind.

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Vor allem der Arbeitsmarkt zeigt sich stark: Im November wurden 203.000 neue Jobs geschaffen. Im Durchschnitt wurden in den vergangenen 12 Monaten 195.000 neue Stellen pro Monat geschaffen – das ist sehr viel.

Die Arbeitslosenquote sank im November auf unter 7%. Das bedeutet ein 5-Jahres-Tief bei der Arbeitslosenquote.

Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich also prächtig und der „sanfte“ Ausstieg der FED aus QE 3 zum jetzigen Zeitpunkt ist somit auch realwirtschaftlich gerechtfertigt.

Ausstieg aus dem „richtigen“ Grund ist positiv für den Aktienmarkt

Als regelmäßiger Leser meines Newsletters wissen Sie, dass die Konjunktur für mich entscheidend für die Bestimmung des mittelfristigen Verlaufs des Aktienmarkts ist.

Die sehr positive Entwicklung am Arbeitsmarkt deutet daraufhin, dass mein Konjunktur-Optimismus in den letzten Quartalen gerechtfertigt war.

Das Ende von QE 3 – noch dazu, weil die FED die Marktteilnehmer schrittweise darauf vorbereitet – passiert aus Sicht des Aktienmarkts aus dem „richtigen“ Grund: Die Konjunktur befindet sich im Aufschwung!

Darüber hinaus sollten Sie als Anleger nicht aus dem Auge verlieren, dass das Ende von QE 3 nichts mit der Null-Zins-Politik der FED zu tun hat: Diese wird weiterhin aufrecht erhalten. Der Leitzins wird noch für lange Zeit nicht angehoben werden.

Die Konjunktur läuft, die Zinsen bleiben niedrig: Trotz des Beginns des Ausstiegs aus QE 3 sind die steigende Kurse Ihrer Aktien-Positionen in den kommenden Quartalen weiterhin sehr wahrscheinlich.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.