FED-Rede: Extreme Volatilität an den Märkten

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die FED stellt sich gegen Donald Trump. Es gibt keine Zinssenkung und die Strafzölle sind nicht das Problem der FED. Klare Ansage und die Kurse haben nervös reagiert. (Foto: Deutsche Börse AG)

Heute stand alles im Zeichen von Jackson Hole. Dort hat heute Nachmittag der Vorsitzende der Federal Reserve gesprochen. Jerome Powell hat sich in seiner Rede speziell mit den Strafzöllen beschäftigt. Sein Fazit: „Für so eine Situation gibt es kein Regelbuch.“ Mit anderen Worten die FED weiß nicht genau, wie sie darauf reagieren soll.

Weiter soll sich die Weltwirtschaft erneut abgeschwächt haben. Allerdings sei die US-Wirtschaft nahe an der Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Das wären die beiden großen Ziele.

Trump war entsprechend beleidigt. Keine Zinssenkung. Keine Unterstützung von der FED für seinen kommenden Wahlkampf. Jetzt muss er die Strafzölle selber wieder aufheben, um die Märkte nach oben zu ziehen. Einen anderen Puffer gibt es nicht. Das vermeintliche Ass im Ärmel war die FED, doch die zeigt sich neutral.

Anders dagegen die Märkte! Schauen Sie sich einmal an, wie der DAX heute im Minutentakt verlief! Extreme Schwankungen innerhalb von fünf Minuten waren heute auf dem Programm.

Noch ist nicht klar, wie der Tag enden wird. Immerhin hat der DAX sich noch über der Marke von 11.550 Punkten behaupten können. Auch wenn es innerhalb von wenigen Minuten heute zweimal Richtung 11.650 ging – dort griffen die Bullen wieder an oder die Shorts wurden geschlossen. Doch die Kurse fallen nach Xetra-Schluss weiter.

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Eine solche schnelle Abwärtsbewegung, wie Sie oben sehen, geht heutzutage natürlich nur über die Computerprogramme. Programmierte Algorithmen agieren hier in Sekundenschnelle. Als Trader kommen Sie manuell kaum hinterher.

DAX: das übergeordnete Bild

Wir nähern uns weiterhin dem Todeskreuz. Die EMA 50 wird bald die EMA 200 von oben durchkreuzen. Der DAX verläuft in einem engen Korridor zwischen etwa 11.850 und 11.550 Punkten.

Sobald es hier ein eindeutiges Signal auf Tagesschlusskursbasis gibt, wissen wir eher, wohin die Reise gehen kann. Aktuell sieht es nach der FED-Rede südlich aus. Allerdings hält sich der Abverkauf auch noch tatsächlich in Grenzen. Es kam als kleine Überraschung, aber eigentlich auch nicht. Dass die FED Stärke zeigt, hat sich angedeutet. Insofern haben die Märkte es wohl jetzt endlich verstanden, dass Donald Trump nicht alles bestimmten darf.

Für solch eine Rede zu einem kritischen Zeitpunkt hält sich der DAX in einem August recht ordentlich. Ja, wir sind immer noch 600 Punkte unter dem Start des Monats. Doch wir dürften uns auch nicht beschweren, wenn der DAX um die 11.000 Punkte tanzen würde. Das Thema ist auch noch nicht vom Tisch. Heute gab es erst einmal wieder einen auf den Deckel. Jetzt ist Trump an der Reihe.

Wenn er nicht in puncto Strafzölle einlenkt, kann der Markt weiter nach unten kippen. Zeitlich gesehen, müsste Trump idealerweise noch zwei Monate warten – wenn er das schafft. Und dann zum letzten Quartal des Jahres, das in der Regel besonders stark ist, die Strafzölle vom Tisch nehmen. Das könnte für den Extra-Schub sorgen, der die Kurse wieder auf neue Allzeithochs katapultiert – DAX exklusive natürlich.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.