FedEx: Aktie des Paketriesen nach schwachem Ausblick im Rückwärtsgang

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Der Handelsstreit und der zunehmende Wettbewerb sorgt bei FedEx für Gegenwind. Eine zweite Gewinnwarnung war die Folge. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Boomender Online-Handel gleich boomende Geschäfte für Logistikkonzerne? Wer dieser einfachen Gleichung folgend in den letzten zwei Jahren auf die Aktien des Paketriesen FedEx gesetzt hat, dürfte alles andere als begeistert sein. Denn gerade hat der Deutsche Post-Rivale seine Anleger zum zweiten Mal in diesem Jahr mit einer Gewinnwarnung konfrontiert.

Die enttäuschten Aktionäre quittieren die Meldung mit satten Kursabgaben von 10%. Damit hat die Aktie seit Anfang 2018 um über 45% an Wert verloren und damit signifikant schlechter abgeschnitten als der breite Aktienmarkt. Für Sie zum Vergleich: Der S&P 500 Index hat im gleichen Zeitraum um 13% an Wert zulegen können.

FedEx im Portrait

Die FedEx Corporation ist ein US-amerikanischer Konzern, der weltweit als eines der größten Frachtunternehmen gilt. FedEx transportiert jeden Tag zeitgebundene Sendungen in über 220 Länder und Regionen der Erde. Unter dem Dach der FedEx Corporation sind zahlreiche Tochtergesellschaften organisiert, die sich auf Teilbereiche des Kurier- und Logistikgeschäfts spezialisiert haben. Hierzu zählen FedEx Express, FedEx Ground, FedEx Freight, FedEx Office, FedEx Trade Networks und FedEx Custom Critical.

In erster Linie ist das Unternehmen für seinen Express-Lieferservice bekannt, ist heute aber auch in anderen Frachtservice-Bereichen etabliert. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Tochtergesellschaften bietet der Konzern neben Express-Lieferungen auch Luftfrachttransporte, integrierte Logistik- und Technologielösungen und die Zustellung kleinerer Pakete.

Neben einem Onlineportal, über das die Kunden weltweit Sendungen zum Versand vorbereiten und nachverfolgen können, betreibt der Konzern auch eigene Filialen, in denen die Kunden Sendungen aufgeben, aber auch abholen können.

Handelskonflikt sorgt erneut für Bremsspuren

Jetzt hat der US-Konzern wegen der internationalen Handelskonflikte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abermals gesenkt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im laufenden Geschäftsjahr nur noch zwischen 10,25 und 11,50 Dollar liegen. Bislang ging FedEx noch von 11 bis 13 Dollar je Anteilschein aus. Die Analysten rechneten im Schnitt mit 12,05 Dollar Gewinn je Aktie.

Die Schwäche schiebt die Konzernführung vor allem auf die negativen Auswirkungen des unverändert schwelenden Handelsstreits, der schon im Jahresverlauf für Bremsspuren gesorgt hat. Zudem führt FedEx steigende Kosten im Zusammenhang mit der Ausweitung der Bodenbelieferung, die Verlagerung von Online-Umsatz ins dritte Quartal und den „Verlust von Geschäften eines Großkunden“ – gemeint ist Amazon – für das schlechte Abschneiden ins Feld.

Sie müssen bedenken: Bereits im abgelaufenen Quartal sackte der Gewinn im Jahresvergleich um 40% auf 560 Millionen Dollar in den Keller. Beim Umsatz musste FedEx einen Rückgang um 2,8% auf 17,3 Milliarden Dollar verkraften. Schwierige Konjunktur, harte Konkurrenz

Anleger haben wenig Verständnis

Für die Anleger kommt die Prognosesenkung etwas unerwartet. Denn bereits im September war die alte Planung nach unten genommen worden. Dabei scheint der Konzern nicht nur unter den Belastungen der Zollstreitigkeiten und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zu leiden. Auch die zunehmende Konkurrenz durch Amazon sorgt für Bremsspuren. Der Onlineriese lässt seine Pakete nämlich immer öfter durch seine eigene Logistiksparte ausliefern. Amazon hatte angekündigt, ihre Verkäufer vorübergehend daran zu hindern, den Bodenlieferdienst von Fedex für Prime-Orders zu nutzen.

Analysten zeigen sich uneinheitlich

Unterdessen zeigen sich die Analysten uneinheitlich. Von 28 Bankern, die sich mit der Analyse der Aktie beschäftigen, raten 13 zum Kauf der Papiere. Der Rest stuft die Aktie als Halteposition ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 164,55 Dollar nach dem Kurssturz rund 10% über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.