FedEx streicht Gewinnprognose zusammen

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FedEx-Aktie im Fokus: Logistik-Gigant enttäuscht mit gekappter Gewinnprognose. Abflauender Welthandel und Integrationskosten sorgen für Gegenwind. (Foto: Zoltan Gabor / Shutterstock.com)

Einige Aktien gelten unter Anlegern als Barometer für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Daher werden die Ergebnisse dieser Firmen immer mit Argusaugen verfolgt. Einer dieser Konzerne ist der Logistikriese FedEx, der gerade seine Geschäftszahlen präsentiert hat.

Auch wenn die Zahlen nicht die Markterwartungen treffen konnten und die Jahresprognose zurechtgestutzt wurde, hielt sich die Aktie recht wacker. Das könnte daran liegen, dass mit der im Dezember bereits gesenkten Prognose vieles im Aktienkurs bereits eingepreist war. Immerhin notierte die Aktie zuletzt bereits ein Drittel unter ihrem im letzten Sommer erreichten Höchstkurs.

FedEx –  der Platzhirsch im Frachtbereich

FedEx ist ein US-amerikanischer Konzern, der weltweit als eines der größten Frachtunternehmen gilt. FedEx transportiert jeden Tag zeitgebundene Sendungen in über 220 Länder und Regionen der Erde. Unter dem Dach der FedEx Corporation sind zahlreiche Tochtergesellschaften organisiert, die sich auf Teilbereiche des Kurier- und Logistikgeschäfts spezialisiert haben. Hierzu zählen FedEx Express, FedEx Ground, FedEx Freight, FedEx Office, FedEx Trade Networks und FedEx Custom Critical.

In erster Linie ist das Unternehmen für seinen Express-Lieferservice bekannt, ist heute aber auch in anderen Frachtservice-Bereichen etabliert. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Tochtergesellschaften bietet der Konzern neben Express-Lieferungen auch Luftfrachttransporte, integrierte Logistik- und Technologielösungen und die Zustellung kleinerer Pakete.

Um eine führende Position auf dem Weltmarkt einnehmen zu können, setzt der Konzern auf Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Sparten und den beteiligten Unternehmen. Neben einem Onlineportal, über das die Kunden weltweit Sendungen zum Versand vorbereiten und nachverfolgen können, betreibt der Konzern auch eigene Filialen, in denen die Kunden Sendungen aufgeben, aber auch abholen können.

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Gewinnmargen im zurückliegenden Geschäftsjahr auf Rekordniveau….

In den vergangenen Jahren zeigte der Frachtspezialist konstante Zuwachsraten. Seit 2006 legten die Umsätze um 102% auf 65,45 Milliarden Dollar zu. Zeitglich verbesserte sich der Gewinn von 1,8 auf 4,57 Milliarden Dollar. Zuletzt wurde mit einer Gewinnspanne von 6,99% das höchste Niveau der vergangenen 30 Jahre erreicht.

…..aber Gegenwind im letzten Quartal

Doch im letzten Quartal enttäuschte der US-Konzern mit seinem Zahlenwerk. Zwar kletterten die Umsätze um rund 3% auf 17 Milliarden Dollar nach oben, aber die Analystenerwartungen konnten damit nicht erreicht werden. Zugleich sackte der Überschuss um 27% auf 739 Millionen Dollar in den Keller.

Das FedEx-Management bot gleiche eine ganz Reihe von Gründen für den Fehlschlag. Schuld war neben den Auswirkungen der globalen Zollkriege auch das fehlende Wachstum in Europa, der Brexit und Gegenwind auf der Währungsseite.

Wolken am Horizont

Besonders enttäuschend war aber, dass Fedex den Geschäftsausblick erneut senkte. Finanzchef Alan Graf warnte vor einer weiteren Konjunkturabschwächung und einem abflauenden Welthandel. Zudem kämpft der Paketspezialist mit der Integration der 5 Milliarden Dollar schweren Übernahme von TNT Express. Die Integrationskosten werden voraussichtlich noch bis 2021 das Ergebnis belasten.

Unter dem Strich sieht der Konzern am Jahresende einen Gewinn je Aktie von 15,10 bis 15,90 Dollar. Zuvor war noch ein Profit von 15,50 bis 16,60 Dollar erwartet worden. Auf Basis der neuen Schätzung handelt die Aktie momentan mit dem 11-Fachen des erwarteten Gewinns.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.