Ferrari: Ein Mythos geht an die Börse

Es wird einer der spektakulärsten Börsengänge des Jahres werden: Der italienische Sportwagenbauer Ferrari geht in New York an die Börse. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX konnte zu Beginn der neuen Handelswoche leicht zulegen und kletterte auf 10.119 Punkte. Zu den Spitzenreitern gehörten die Versorger Eon und RWE, die den „Atom-Stresstest“ bestanden haben und die Autobauer, die von starken BMW-Zahlen profitierten.

Auf dem internationalen Kurszettel soll es auch bald eine neue Auto-Aktie geben. Bereits am vergangenen Freitag habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ über das Thema Börsengänge (IPOs) berichtet. Heute widme ich mich einem weiteren spektakulären Börsengang – nämlich dem des italienischen Sportwagenbauers Ferrari.

Ferrari hat am Freitag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht mitgeteilt, dass der italienische Sportwagenbauer beim Gang an die New Yorker Börse bis zu 894,4 Mio. US-Dollar (787,2 Mio. Euro) einsammeln will.

Weitere Details zum Börsengang

Das Unternehmen will 17,2 Mio. Aktien öffentlich anbieten. Die Preisspanne liegt zwischen 48 und 52 US-Dollar. Insgesamt bewertet sich Ferrari damit mit bis zu 9,82 Mrd. US-Dollar (8,62 Mrd. Euro).

Es werden allerdings nur maximal 10% des Unternehmens verkauft. Bislang hält der italienisch-amerikanische Mutterkonzern Fiat-Chrysler rund 90% an Ferrari. Der Rest gehört Piero Ferrari, dem Sohn des 1988 verstorbenen Gründers Enzo Ferrari.

Es wird erwartet, dass Ferrari im vergangenen Quartal, welches im September endete, einen Umsatz zwischen 720 und 730 Mio. Euro erzielt hat und damit 9 bis 10% mehr als im Vorjahr. Der Börsengang war schon lange angekündigt und die ersten Unterlagen zum Börsengang wurde bereits im Juli eingereicht. Mitte Oktober soll es jetzt endlich soweit sein.

Die Ferrari-Aktien sollen dann unter dem passenden Kürzel „RACE“ an der New York Stock Exchange (NYSE) notieren.

Ferrari im Kurzportrait

Jetzt möchte ich Ihnen das Unternehmen Ferrari noch kurz vorstellen. Die Ursprünge des Unternehmens Ferrari gehen zurück auf das Rennteam Scuderia Ferrari, das von 1929 bis 1938 unter der Leitung von Enzo Ferrari unter anderem als Werksteam von Alfa Romeo sehr erfolgreich Autorennen fuhr. Damals jedoch ohne selbst Fahrzeuge zu bauen.

Schon zu diesen Zeiten wurde das heute noch verwendete Logo benutzt: ein sich aufbäumendes Pferd, das sogenannte „Cavallino rampante“.

Im Jahr 1940 wurde die Scuderia in „Auto Avio Costruzioni Ferrari“ umbenannt und zog 1943 nach Maranello um. Dort ist bis heute der Unternehmenssitz. Der erste „echte“ Ferrari war der 1947 gebaute Ferrari 125 C Sport.

Ferrari baute damals in erster Linie Rennwagen für Sportwagenrennen, die auch an Kunden verkauft wurden, um Geld zu verdienen. Daraus entwickelten sich Straßenwagen, die nicht für den Renneinsatz geeignet waren.

Fiat-Chrysler trennt sich von Ferrari

Am 29. Oktober 2014 kündigte die neu gegründete Fiat-Chrysler Automobiles (FCA) an, ihre 90%-Beteiligung an Ferrari im Jahr 2015 abzugeben. 10% von Ferrari sollten an die Börse gebracht und die restlichen 80% an die Aktionäre von FCA ausgegeben werden. Dieser Schritt wird jetzt voraussichtlich noch im Monat Oktober vollzogen.

Fazit: Voraussichtlich ab Mitte Oktober werden Sie mitverfolgen können, wie sich der Mythos Ferrari an der Börse schlagen wird. Ich empfehle denjenigen, die sich für die Ferrari-Aktie interessieren, zunächst abzuwarten, wie der Start an der Börse verläuft und dann gegebenenfalls etwas später zuzuschlagen.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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