Fertigmachen zum Short des Jahrhunderts

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Der Markt ist noch unübersichtlich, aber Trader mit starken Nerven sollten jetzt wieder loslegen. (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Es ist soweit: Bitte schnallen Sie sich an für einen absoluten Mega-Trade. Japan hat uns in den vergangenen Tagen einige Nerven gekostet. Nun ist es an der Zeit, dass wir uns dafür belohnen lassen. Achtung: Wegen der zur Zeit absolut unübersichtlichen Gemengelage ist die Empfehlung nur etwas für Trader mit dreifach dicken Nerven aus Stahl! Fangen wir also an.

Yen auf neuem Rekordhoch

Der Yen erreichte in der Nacht zum Donnerstag den neuen Rekordstand von 76,25 Yen zum Dollar. Wegen der erwarteten immensen Kosten infolge der Atom- und Naturkatastrophe verkauften japanische Konzerne zuletzt verstärkt Vermögen im Ausland.

Ferner müssen viele Japaner nun von ihrem Ersparten leben, weil ein Großteil der Industrie die Produktion eingestellt hat.

Das ganze Vorgehen nennt sich Repatriierung – Vermögen im Ausland ist wertlos, das Sparschwein wird geknackt. Was nun zählt ist die Weiterführung des Unternehmens mit Cash und der nächste Einkauf im Supermarkt, falls es noch Lebensmittel gibt.

Insgesamt haben wir es also mit einem deflationären Schock zu tun: Bargeld ist zurzeit Trumpf. Aktien an der Wall Street oder Gold bei einem ETF sind dagegen aktuell wenig gefragt bei den Japanern. Außerdem hängten sich kurzfristig orientierte Spekulanten an den Trend und schoben so den Yen weiter an.

Voriges Rekordhoch beim Kobe-Erdbeben

So war es schon einmal: Das bisherige Rekordtief im Währungspaar Dollar-Yen stand bei 79,75 Yen und wurde im Jahr 1995 markiert. Damals trieb das Erdbeben im japanischen Kobe den Yen nach oben.

Dieses Verhalten ist nur vernünftig. Und ich wünsche den Japanern wirklich alles Gute. Ich habe viel Respekt für die Disziplin und Ruhe, mit der die Menschen die Lage meistern. Welch ein Vergleich zu der Hysterie-Welle, die über unsere Medien rollt! Zum Glück haben wir die Coolness, um die Lage richtig zu beurteilen.

Bei großen Finanzanlegern wurden nämlich außerdem Carry Trades aufgelöst. Wegen der anhaltenden Unsicherheit zogen sich die Anleger zuletzt von den stark gebeutelten Aktienmärkten zurück.

Bislang war der Yen die ideale Verschuldungswährung für Börsianer: Wegen der niedrigen Zinsen in Japan können sich Investoren günstig mit Krediten auf Nippon eindecken. Das ganze wurde jetzt rückabgewickelt.

Das Imperium schlägt zurück

Nun aber müssen wir uns fertigmachen für die Gegenbewegung. Der im Vergleich zum Dollar starke Yen ist seit Jahren eines der größten Probleme der japanischen Wirtschaft. Denn Konzerne vom Nippon verkaufen viele ihrer Produkte im Dollar-Raum – und mit dem sinkenden Buck rutschen die Gewinne in den Keller.

Daher wird bald die japanische Notenbank einschreiten. Und nicht nur das: Wahrscheinlich werden auch die G7 versuchen, die Aufwärtsbewegung zu stoppen. Die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer wollen am heutigen Freitag in einer Telefonkonferenz die aktuelle Lage in Japan besprechen.

Langfristig dürfte das Erdbeben den Yen sowieso unter Druck setzen. Zur Finanzierung des Wiederaufbaus wird die Regierung in Tokio wahrscheinlich neue Anleihen ausgeben. Außerdem hat die Zentralbank gerade weitere sechs Billionen Yen (53 Milliarden Euro) in die Finanzmärkte gepumpt. In den drei Tagen zuvor hatte die Bank bereits 55,6 Billionen Yen freigegeben.

Also: Halten Sie sich für einen Yen-Short bereit!

Auch ich werde in meinen Diensten Devisen-Strategie und CFD-Circle werde ich den Yen genau im Blick behalten und sofort zuschlagen mit einem Trade, wenn die Märkte günstig stehen.

P.S. Mehr zum CFD-Circle erfahren Sie hier
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Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.