Fiat-Chrysler-Aktie sackt deutlich ab: Das sind die Gründe

Nach dem Tod des langjährigen Chefs Sergio Marchionne steht der Fiat-Chrysler-Konzern vor schwierigen Zeiten. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Für den italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler kommt es dieser Tage knüppeldick: Am Wochenende musste überraschend der langjährige Chef Sergio Marchionne aus gesundheitlichen Gründen ersetzt werden. Marchionne, der als genialer Auto-Manager galt, ist heute in Zürich verstorben.

Dann trat auch noch der Europa-Chef des Unternehmens zurück und schließlich musste das Unternehmen seine eigenen Ziele für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigieren.

Die schlimmste Nachricht ist dabei ganz klar die vom überraschenden Tod des langjährigen Fiat-Chrysler-Chefs Marchionne, ohne den es das Unternehmen zumindest in seiner jetzigen Form nicht geben würde. Womöglich würde es Fiat ohne Marchionne heute überhaupt nicht mehr geben.

Marchionne war ein begnadeter Unternehmensretter

Marchionne, der in Italien geboren wurde und mit seinen Eltern nach Kanada auswanderte als er 14 war, studierte zunächst Philosophie, dann Wirtschaft und anschließend auch noch Jura. Im Jahr 1983 startete er eine Karriere als Wirtschaftsprüfer. Er kehrte nach Europa zurück und arbeitete sich in die Führungsetagen hoch.

Dies tat er allerdings in der Schweiz und nicht in seinem Geburtsland Italien. Doch im Jahr 2003 holte ihn Umberto Agnelli, der damalige Chef des Familienclans Agnelli (die Eigentümerfamilie von Fiat), nach Italien zurück, um dort den wirtschaftlich schwer angeschlagenen Fiat-Konzern zu retten.

Marchionne schaffte es, den Fiat-Konzern zu sanieren, baute einen zwischenzeitlich riesigen Schuldenberg ab und nutzte die Finanzkrise, um Fiat mit Chryler zu vereinen.

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Die Fiat-Aktie hat sich in der Zeit, in der Marchionne an der Spitze des Konzerns stand, verfielfacht. Insofern ist es ein schwerer Schlag für das Unternehmen und seine Aktionäre, zukünftig ohne ihn auskommen zu müssen.

Fiat Chrysler streicht Jahresziele zusammen

Wie eingangs schon geschrieben, musste das Unternehmen nun auch seine Prognosen für das laufende Jahr kürzen. Unter anderem wegen Problemen mit chinesischen Importzöllen kappte das Unternehmen seine Prognose für das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) auf 7,5 bis 8 Mrd. Euro.

Zuvor hatte das Unternehmen mit mindestens 8,7 Mrd. Euro gerechnet. Beim Umsatz erwartet Fiat Chrysler nun einen Wert zwischen 115 und 118 Mrd. Euro, nach zuvor angepeilten rund 125 Mrd. Euro. Die Aktie des italienisch-amerikanischen Autobauers gab daraufhin heute zweistellig nach und rutschte auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn.

Große Bürde für Nachfolger

Muss der plötzliche Abgang eines langjährigen Spitzenmanagers das Ende der Erfolgsserie bedeuten? Eine ähnliche Kursreaktion wie jetzt bei Fiat Chrysler ist durchaus möglich, wenn sich Warren Buffett von der Spitze seiner Investment-Holding Berkshire Hathaway zurückzieht oder wenn er stirbt. Buffett hat einmal gesagt, dass der Tag ein besonders guter Tag sei, um Berkhire-Aktien zu kaufen.

Ob es aktuell ein guter Zeitpunkt ist, um Fiat-Chrysler-Aktien zu kaufen, wird die Zukunft zeigen. Nach dem Ableben der Apple-Legende Steve Jobs stand hinter der Entwicklung von Apple damals auch ein großes Fragezeichen. Aktuell ist Apple an der Börse das teuerste Unternehmen der Welt.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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