Fidelity National Information Services: Zahlungsabwickler im Aufwind

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Der Zahlungsabwickler Fidelity National Information Services ist nach milliardenschwerer Worldpay-Übernahme weiter auf Wachstumskurs. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Aktien von Bezahldienstleistern erfreuten sich in den zurückliegenden Jahren bei den Anlegern großer Beliebtheit. Das Kalkül dahinter: Der Trend zum Onlineshopping, kontaktlosem Bezahlen mit Kreditkarte oder Smartphone sorgt für ein nahezu grenzenloses Wachstum. Zudem zählt auch im Geschäft der Zahlungsabwickler vor allem Eines – Größe. Entsprechend feuerten Fusionen und Übernahmen die Aktienkurse zusätzlich an.

Während hierzulande viele Anleger vor allem auf die Wirecard-Aktie setzten und nach den jüngsten Ereignissen bitter enttäuscht wurden, stieg im Hintergrund das US-Unternehmen Fidelity National Information Services (FIS) durch eine milliardenschwere Übernahme zu einem der weltweit führenden Bezahldienstleister auf.

Auch die Entwicklung des Aktienkurses kann sich durchaus sehen lassen. Konnten Anleger sich eine FIS-Aktie im Jahr 2002 noch für unter 10 Dollar ins Depot legen, müssen sie inzwischen für einen Anteilsschein bereits 140 Dollar auf den Tisch legen.

FIS im Portrait

Fidelity National Information Services (FIS) ist ein amerikanisches Unternehmen, das im Umfeld von Finanzdienstleistungen unterstützende Software und die Abwicklung finanzieller Transaktionen anbietet. Dabei ist das Unternehmen kein Start Up. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte von FIS reicht bis in das Jahr 1962 zurück. In diesem Jahr wurde das Vorläuferunternehmen Computer Power Incorporated gegründet.

Seitdem ist das Unternehmen vor allem durch eine Vielzahl von Fusionen gewachsen. Im Jahr 2004 übernahm FIS die Kordoba GmbH. Seit der Fusion mit Certegy zum 1. Februar 2006 wird FIS an der New York Stock Exchange gehandelt. Im Jahr 2015 übernahm FIS SunGard. FIS unterhält Geschäftsbeziehungen zu mehr als 20.000 Finanzdienstleistern, darunter die meisten der weltgrößten Banken.

Milliardenschwere Worldpay-Übernahme katapultiert FIS nach vorne

Mit dem Kauf der britischen Firma Worldpay im letzten Sommer für 35 Milliarden Dollar legte FIS dann aber einen gewaltigen Meilenstein in der Firmengeschichte und rückte zu einem der weltweit führenden Bezahldienstleister auf. Auch vor dem Deal war das Wachstum beeindruckend: Von 2006 bis 2019 kletterten die Umsätze von 2,4 auf 10,33 Milliarden Dollar in die Höhe. Nach dem Zusammenschluss sollten die Umsätze in diesem Jahr auf 13,55 bis 13,67 Milliarden Dollar anspringen. Für Sie zum Vergleich: Der deutsche Anlegerliebling Wirecard kam in 2019 gerade mal auf einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro.

Breitere Produktpalette soll für zusätzliches Wachstum sorgen

Durch den Zusammenschluss kann FIS, das Finanzhäusern die Auslagerung der IT-Systeme ermöglicht, seinen Kunden künftig eine breitere und anspruchsvollere Bandbreite an Produkten anbieten. Händler wollen verzahnte und international operierende Zahlsysteme, die zudem den Regularien entsprechen. Der Vorteil für Worldpay ist, dass das Londoner Unternehmen nicht mehr ausschließlich auf das niedrigmargige Geschäft mit digitaler Zahlungsabwicklung angewiesen ist. FIS und Worldpay haben komplementäre Lösungen und Services für Banken sowie für Händler, und bieten Kundenbindungsprogramme und Anti-Fraud Produkte an. Das dürfte das Wachstum zukünftig weiter vorantreiben.

Umsatz spring um 50% in die Höhe

Im ersten Quartal haben die Anleger bereits einen Geschmack auf die Zukunft bekommen. Die Erlöse sprangen um 50% auf 3,07 Milliarden Dollar an. Der Großteil der Umsätze stammte aus Zahlungslösungen für Händler (30%) und für Finanzinstitute (47%). Gut 20% der Umsätze wurden hingegen mit speziellen Lösungen für Kapitalmarktteilnehmer wie institutionelle Anleger oder Versicherungen erzielt (Compliance Software, Marktdaten, Risikomanagement).

Besonders beeindruckend ist die hohe Profitabilität. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg von 729 Millionen auf 1,24 Milliarden Dollar. Entsprechend verbesserte sich die EBITDA-Marge um 5,1 Prozentpunkte auf beachtliche 40,5%.

Für das Gesamtjahr rechnet FIS mit einem organischen Umsatzwachstum (also ohne Zukäufe) zwischen 6 und 7%, während der Gewinn je Aktie um 10 bis 13% zulegen sollte. Für Anleger könnte es sich also durchaus lohnen, die FIS-Aktie näher zu beobachten.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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