Fielmann: Familiengeführt und gut

Der mittelständische und familiengeführte Brillen-Spezialist Fielmann ist eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen der vergangenen 15 Jahre.

Die im MDax gelistete Fielmann-Aktie kommt in den vergangenen 15 Jahren auf ein Kursplus von über 500%.

Das Erfolgsgeheimnis des Fielmann-Gründers Günther Fielmann ist so einfach wie genial: Er lässt qualitativ hochwertige Brillen in großen Stückzahlen produzieren und verkauft diese günstiger als die Konkurrenz.

Dabei waren seine Anfänge noch sehr bescheiden. Nach dem Berufsstart als Angestellter eröffnete Günther Fielmann 1972 im Alter von 33 Jahren im niedersächsischen Cuxhaven sein erstes Optiker-Geschäft.

Steil bergauf ging es, nachdem Fielmann einen auf den ersten Blick langweiligen Deal mit der Krankenkasse AOK eingefädelt hatte. Doch dieser Deal legte den Grundstein für das heutige Brillen-Imperium des Günther Fielmann.

Zum Deal mir der AOK: Fielmann handelte mit der AOK in Essen einen Vertrag aus, bei dem es um den Verkauf modischer Kassen-Brillen auf Rezept ging.

Fielmann nahm dadurch die riesige Zielgruppe der Kassen-Patienten ins Visier. Plötzlich konnten AOK-Versicherte zwischen 90 zeitgemäßen Brillentypen wählen – zum Nulltarif. Und damit war der Grundstein des riesigen Erfolges von Fielmann gelegt.

Immer mehr Kunden und kaum Konkurrenz

Fielmann profitiert auch künftig von einer immer älter werdenden Bevölkerung und davon, dass immer mehr Menschen dadurch eine Sehhilfe benötigen.

Warum ich denke, dass Fielmann davon in besonderem Maße profitieren wird? Ganz einfach: Das Unternehmen kann als Optiker, Hersteller und Händler zugleich besonders kostengünstig arbeiten.

Ein weiterer Pluspunkt für Fielmann: Es gibt kaum Konkurrenz. Ich schätze bislang auch die Konkurrenz aus dem Internet als nicht besonders gefährlich ein.

Denn gerade bei Gleitsicht-Gläsern sind die Internet-Händler noch weit von den Qualitäts-Standards von Fielmann entfernt. Damit kann das Unternehmen auch relativ entspannt der Zukunft entgegen blicken.

Die jüngsten Fielmann-Zahlen im Überblick

Im 2. Quartal des laufenden Jahres erhöhte Fielmann nach vorläufigen Schätzungen den Absatz um 6% auf 2 Mio. Brillen und den Umsatz um 5% auf mehr als 343 Mio. €. Der Vorsteuer-Gewinn verbesserte sich um 15% auf 62 Mio. €.

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung heißt es:

„Wir sind zuversichtlich, unsere Marktposition auszubauen. Der Verbraucher kauft bei Unternehmen, die ihm hohe Qualität zu günstigen Preisen garantieren: in der Augenoptik ist das Fielmann.“

Fielmann-Aktie: Nicht ganz günstig, aber gut

Zwar ist die Fielmann-Aktie mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp über 30 nicht gerade günstig. Dafür wächst das Unternehmen seit Jahren unaufhaltsam und verfügt über eine hervorragende Bilanz.

Zudem ist das Geschäftsmodell von Fielmann extrem krisenresistent. Daher ist eine höhere Bewertung gerechtfertigt und die Fielmann-Aktie somit auch auf dem aktuellen Bewertungs-Niveau einen Blick wert.

1. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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