Fielmann mit herausragenden Zahlen

Die Ergebnisse stimmen bei der Optiker-Kette Fielmann. Doch wie steht es um die Aktie? Wir haben den Wert für Sie untersucht! (Foto: J.Lekavicius / shutterstock.com)

Tragen Sie eine Brille? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie schon einmal in einer Fielmann-Filiale waren. Bereits vor vielen Jahren hat Fielmann die Optiker-Zunft gehörig umgekrempelt. Preisewerte Brillen und zudem ein guter Service. Inzwischen machen auch kleinere Optiker bei dieser Praxis mit und unterm Strich profitieren die Kunden.

Doch kann sich Fielmann jetzt überhaupt noch von der Konkurrenz absetzen? Wie steht es um das Unternehmen und die Aktie? Wir haben den Wert seit vielen Jahren auf unserer Analyse-Liste und erklären Ihnen, wie es um die Aktie steht. Fielmann hat sich seit der Gründung des ersten Augenoptiker-Fachgeschäftes im Jahr 1972 und mit „Brillenmode zum Nulltarif“ (auf Rezept) zum europäischen Marktführer entwickelt. Zum Kerngeschäft gehören der Handel und die Herstellung von Sehhilfen aller Art und anderer optischer Produkte, insbesondere Brillenfassungen und -gläser, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Zubehör und Accessoires.

Gute Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg

Fielmann konnte den Umsatz in den ersten 9 Monaten um 5% auf 1.059,9 Mio € steigern. Der Gewinn wuchs sogar um 7,1% auf 141,8 Mio €. Dieses Gewinnwachstum überrascht umso mehr, weil Fielmann aktuell viel Kapital für Investitionen aufbringt. In den ersten 9 Monaten wurden 40,8 Mio € in die Expansion investiert. Damit gab das Unternehmen bereits mehr für Investitionen aus, als im gesamten Vorjahr.

Das Wachstum des Unternehmens bringt eine massive Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern mit sich. Bis Ende September haben 18.653 Mitarbeiter insgesamt 6,01 Mio Brillen verkauft. Fielmann beschäftigt 3.494 Auszubildende. Obwohl das Unternehmen gerade mal 5% der augenoptischen Fachgeschäfte in Deutschland betreibt, bilden sie über 40% der Nachwuchskräfte aus.

Um zusätzliche Auszubildende zu gewinnen, betreibt das Unternehmen nun die Seite www.optiker-werden.de. Fielmann sichert sich damit eine zukünftige Quasi-Monopol-Stellung für die Ausbildung und kann sich die besten Kräfte heraussuchen. Allein die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen zeigt die Ambitionen des Unternehmens.

Die Entwicklung ist gut, doch die Aktie schon teuer

Obwohl hauptsächlich in Deutschland investiert wird, steigen die Umsätze in allen Absatzmärkten, in denen Fielmann agiert. Das Unternehmen rechnet für 2017 mit einer Steigerung von Absatz, Umsatz und Gewinn und versucht seine Marktanteile weiter auszubauen. Die gute Entwicklung ist aber bereits in den Kursen enthalten. Trotz der guten Zahlen und des überzeugenden Geschäftsverlaufs würden wir bei Fielmann erst einmal abwarten.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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