Fielmann: Qualität hat ihren Preis

Wenn es darum geht, zu beurteilen, ob eine Aktie „teuer“ oder „billig“ ist, wird gerne das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) herangezogen. Dabei wird der aktuelle Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie geteilt.

Als Ergebnis erhalten Sie die Zahl der Jahre, die es dauert, bis sich ein Investment in das betreffende Unternehmen gewissermaßen „amortisiert“ hat.

Häufig raten Analysten vom Kauf einer Aktie aufgrund des zu hohen KGVs ab. Das Problem für Sie als Anleger: Wenn Sie Aktien mit einem vergleichsweise hohen KGV von vornherein ausschließen, entgehen Ihnen oft auch wirklich großartige Investments.

Fielmann-Aktie ist traditionell teuer

Wie zum Beispiel die Fielmann-Aktie. Zugegeben, gemessen am KGV ist die Aktie der Optikerkette in der Tat alles andere als ein Schnäppchen. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2016 kommt der MDAX-Titel momentan auf ein KGV von knapp 28.

Diese scheinbare Überbewertung ist jedoch nichts Neues. Die Fielmann-Aktie ist traditionell hoch bewertet. Dennoch läuft der Aktienkurs seit vielen Jahren in einem stetigen Aufwärtstrend gen Norden.

Wenn Sie auf das Gros der Analysten gehört und Ihre Finger von der Aktie gelassen haben, ist Ihnen ein großartiges Investment entgangen.

Fielmann wächst mit Augenmaß

Qualität hat eben ihren Preis. Und das Hamburger Familienunternehmen, das nach wie vor vom Firmengründer Günter Fielmann geführt wird, bietet Ihnen als Anleger hohe Qualität. Exorbitante Wachstumsraten suchen Sie bei Fielmann ebenso vergeblich wie riskante Übernahmen.

Die führende deutsche Optikerkette wächst aus eigener Kraft – langsam und mit Augenmaß. Seit vielen Jahren geht es mit Umsatz und Gewinn stetig bergauf – auch durch die Finanzkrise.

Zudem wurde auch die Dividende innerhalb der zurückliegenden zehn Jahre immer angehoben. Eben diese Konstanz ist meines Erachtens auch der Grund, warum die Aktie trotz der hohen Bewertung seit vielen Jahren in einem stetigen Aufwärtstrend nach oben klettert.

Guter Start ins neue Jahr

Die Geschäftszahlen, die Fielmann in dieser Woche vorlegte, bestätigen die langjährige Tendenz. Im ersten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 1,87 Mio. Brillen und damit 1% mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 3,5% auf 317 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn verbesserte sich um 7% auf 62,8 Mio. Euro.

Mit konkreten Prognosen hält sich Fielmann traditionell zurück. Die Optikerkette will den Marktanteil weiter ausbauen und Absatz, Umsatz und Gewinn steigern. Auch ich habe keinen Zweifel daran, dass 2014 ein weiteres Rekordjahr wird.

Neben der Expansion ins europäische Ausland bietet das Hörgeräte-Geschäft für die Zukunft zusätzliches Wachstumspotenzial. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist also nicht in Sicht.

fielmann

Somit spricht alles dafür, dass sich der imposante Langfristtrend auch künftig fortsetzen wird – trotz der hohen Bewertung. Die Fielmann-Aktie bleibt ein erstklassiges Investment für langfristig orientierte Anleger.

Und durch den Kursrückgang nach der Zahlenvorlage gibt es das Papier aktuell immerhin mit einem kleinen Rabatt von fast 10% gegenüber dem Höchststand.

30. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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