Finanzierungen sind Mangelware im Rohstoff-Sektor

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Ohne ausreichendes Kapital wird es schwierig für Rohstoff-Firmen. Aktuell sinkt das Niveau der Finanzierungen – aber es bieten sich auch Chancen im Sektor. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Das Entscheidende für kleinere Rohstofffirmen ist die Finanzierung. Ohne ausreichendes Kapital könne diese Firmen eben ihre Projekte nicht vorantreiben. Doch genau hier ist es zuletzt immer wieder zu Engpässen gekommen. Und 2019 sieht es hier bislang sogar noch etwas schlechter aus als das schon schwache 2018.

Dazu hat sich jetzt Kai Hoffman, Vorstandchef von Oreninc in einem Interview auf der Mines and Money in New York geäußert. Oreninc ist dabei ein Datenanbieter, der sich speziell auf die Finanzierungssituationen von kleineren Rohstoff-Firmen konzentriert. Auf Basis aktueller Daten hat das Unternehmen einen Index aufgesetzt, der die aktuelle Aktivität misst.

Kai Hoffman kenne ich schon seit vielen Jahren und er hat sich in der deutschen Rohstoff-Szene mit vielen Aktivitäten einen guten Namen gemacht. Mit dem kanadischen Unternehmen Oreninc hat er jetzt einen Fokus auf die Finanzierungen gelegt.

Und dies ist schon ganz entscheidend für den Zustand der Rohstoffbranche. Dabei fasst Kai Hoffmann die aktuelle Lage doch eher ernüchternd zusammen: „2019 sieht nach vier Monaten noch schlechter aus als 2015 und wir sind derzeit unter den schwachen Niveaus von 2018.“

Schwacher Goldpreis bedeutet weniger Finanzierungen

Auch die großen Fusionen im 2. Halbjahr 2018 bei den großen Goldkonzernen hat dem Markt bislang noch keine neue Dynamik gebracht. Bei der aktuellen Betrachtung der Stimmung spielt für Hoffmann auch immer die Verbindung zwischen der Goldpreisentwicklung und dem Niveau der Finanzierungen eine wichtige Rolle: „Wir haben über einen längeren Zeitraum eine Korrelation festgestellt zwischen dem Goldpreis und den Finanzierungsaktivitäten. Bei einer ausgesprochenen Goldpreisschwäche bleiben auch die Finanzierungsaktivitäten deutlich zurück.“

Dennoch bietet die aktuelle Lage bei den Goldminen nach Ansicht von Hoffmann auch Chancen. Und tatsächlich hat er erst kürzlich auf dem European Gold Forum in Zürich eine deutlich bessere Stimmung angetroffen als erwartet. „Auf dieser wichtigen Branchenveranstaltung war die Stimmung klar besser als erwartet. Es waren eben auch einige neue Investoren vor Ort, die bei vielen Unternehmen gerade jetzt gute Chancen zum Einstieg sehen.“

Genauso sehe ich das auch: Der Sektor bleibt auf jeden Fall spannend. Derzeit hat die Masse der Investoren diesen Sektor nicht auf dem Radar. Das hat uns auch die Entwicklung der Kurse nach den großen Übernahmen und Fusionen im Sektor gezeigt. Zuletzt sind hier die Kurse von Newmont oder auch Goldcorp im Zuge der Fusion kaum gestiegen. Doch solche Zusammenschlüsse bieten auf jeden Fall Chancen, die sich mittelfristig an den Märkten noch zeigen werden.

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Heiko Böhmer
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