Manchester City: Neuer Investor sorgt für Sturm an Börsen

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Finanzinvestor kauft sich bei Manchester City ein und wirbelt Fußballbranche durcheinander – Aktie des Rivalen Manchester United reagiert mit größtem Kurssprung aller Zeiten (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Fußballaktien sind eine Welt für sich und gelten bei den meistern Anlegern als riskante Anlage. Trotzdem erfreuen sich die Vereine bei Investoren immer größerer Beliebtheit. Nach dem Einstieg des Investors Lars Windhorst beim Hauptstadtclub Hertha oder des Hedgefonds Elliott beim hoch verschuldeten AC Milan wagt sich der nächste Finanzinvestor aus der Deckung. Die kalifornische Private Equity Gesellschaft Silver Lake hat sich für 500 Millionen Dollar bei der City Football Group (CFG) eingekauft, zu der unter anderem der Fußballverein Manchester City gehört. Auf den ersten Blick ein eher artfremder Deal – bislang war Silver Lake eher für Investitionen in internationale Technologiefirmen bekannt.

Beim börsennotierten Rivalen Manchester United sorgte die Meldung für eine kleine Kursexplosion. Die Papiere zogen um 11% an und markierten damit das größte Tagesplus aller Zeiten.

City Football Group mit Milliardenbewertung

Dabei hat der Deal es in sich: Für 500 Millionen Dollar sichert sich Silver Lake etwas mehr als 10% der CFG-Aktien. Die vor einigen Jahren gegründete Firma wird durch die Transaktion mit immerhin 4,8 Milliarden Dollar bewertet. Mit dem Investment setzt der Finanzinvestor auf mehrere Fußballteams gleichzeitig.

Wer hinter dem Objekt der Begierde steckt

Die City Football Group dürfte den wenigsten unter Ihnen bekannt sein. Die Vereine, die zu der Sportgruppe gehören, kennen Sie aber bestimmt. Die City Football Group ist eine Holding-Gesellschaft, die mehrere Fußballklubs unter sich vereint, diese miteinander vernetzt und weitere Aktivitäten im Bereich Fußball betreibt. Zum Portfolio von CFG zählen neben Manchester City auch der New York City FC, der Melbourne City FC, die Yokohama F. Marinos in Japan, der Club Atletico Torque in Uruguay, der Girona FC in Spanien und der Sichuan Jiuniu FC in der Volksrepublik China.

Die Mehrheit der Anteile (rd. 88%) Prozent der Holding werden von der Abu Dhabi United Group Investment & Development Limite, dem Anlagevehikel eines Mitglieds der Herrscherfamilie des Emirats, gehalten. Der Rest liegt bei einem Konsortium chinesischer Investoren.

Silver Lake zieht in das Board ein

Nach dem millionenschweren Investment wird der Finanzinvestor auch in das Board von CFG einziehen. Laut der Financial Times beabsichtigt Silver Lake, die Anteile für etwa zehn Jahre zu behalten, könnte sich diese aber auch bereits früher auszahlen lassen oder weiterverkaufen. Silver Lake soll zuvor auch Kontakt zu weiteren Premier-League-Teams aufgenommen haben, unter anderem zum FC Chelsea.

Mit den Erlösen aus der Beteiligung sollen internationale Wachstumsmöglichkeiten wahrgenommen sowie in die Technologie investiert werden. Keiner der bestehenden CFG-Aktionäre verkauft Aktien. Das bedeutet, dass die Beteiligung über eine Kapitalerhöhung erfolgt.

Manchester City hat einen Lauf

Unterdessen läuft es bei Manchester City, bei dem CFG im Jahr 2008 einstieg, außerordentlich gut. Manchester City gewann dieses Jahr die Premier-League-Meisterschaft, den FA Cup and den League Cup. Dem Club, der die neunziger Jahre im Tabellenkeller verbrachte, schaffte mit der Geldspritze nach dem CFG-Einstieg einen beeindruckenden Turnaround. Der Klub der deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Leroy Sané vermeldete vor wenigen Tagen einen Umsatz von umgerechnet 625,8 Millionen Euro und damit eine rund 7%ige Steigerung der bisherigen Höchstmarke aus dem Vorjahr (584,52 Millionen Euro).

Der Profit der Citizens, gegen die der Europa-Verband UEFA wegen des Verdachts auf Verstöße gegen finanzielle Rahmenvorschriften ermittelt, wuchs geringfügig auf 11,82 Millionen Euro an (2018: 11,66).

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.