Finanzgigant Sparkasse: So sieht es wirklich aus

Die Sparkassen sind so selbstverständlich im öffentlichen Bewusstsein verankert, wie kaum andere Finanzinstitute.

Das kommt nicht von ungefähr; zählt die Sparkassen-Gruppe doch mit rund 350.000 Mitarbeitern, 12.000 Filialen und einer Bilanzsumme von 2,3 bis 2,8 Bio. € zu den größten Finanzkonzernen Europas.

Nicht alles ist Gold was glänzt

Doch auch die Sparkassen haben große Probleme mit den andauernden Niedrigzinsen.

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, warum: Während private Banken durchschnittlich 60% ihrer Erträge aus dem Zinsgeschäft erzielen, sind es bei den Sparkassen 75% – kein Wunder also, dass ein Zinstief bei einer solchen Abhängigkeit ein wahres Desaster ist.

Denn aus den Spareinlagen lassen sich längst schon kaum mehr Erträge erzielen. Und auch die Verzinsung des Eigenkapitals geht zurück.

Mühsal mit den EZB und EU-Regulierungen

Hinzu kommen die EU und EZB-Regulierungen, die beispielsweise eine immer höhere Eigenkapitalanforderungen vorschreiben. So muss die Sparkassen-Gruppe reagieren.

In den nächsten Jahren wird sie 1/5 ihrer Filialen schließen. Manch einer spricht sogar von 1/3.

Großväter, die Weltkriege und Wirtschaftskrisen mitgemacht haben, geben manchmal diese Weisheit zum Besten: „Wenn die Banken anfangen, Personal zu entlassen, dann sieht es düster aus.“

Diesen Satz sollte man vor allem in der aktuellen Situation nicht vergessen, denn diese Binsenweisheit trifft zu – damals wie heute.

Ausweg für die Sparkassen

So suchen die Verantwortlichen der Sparkassen-Gruppe natürlich auch händeringend nach Auswegen. Diese scheint es tatsächlich zu geben, und zwar dahingehend:

  • Kosten deutlich senken
  • „Wasserkopf-Strukturen“ abbauen
  • mehr zentralisieren
  • ertragreicher werden

Konsumkredite und Kundennähe

Hinzu kommt: Die Sparkassen sollten sich wieder mehr auf eines ihrer eigentlichen Hauptgeschäfte konzentrieren; nämlich das Geschäft mit den Konsumkrediten – ebenso wieder mehr Kundennähe erreichen.

Die Erträge der Sparkassen stammen neben den Zinserträgen zunehmend aus dem Geschäft mit den Girokonten, den Kreditkarten und den Transaktionen.

Doch genau da greift die Konkurrenz an. Beispielsweise mit billigeren Gebühren.

So verlieren die Sparkassen immer mehr (Privat-)Kunden, von denen es 50 Mio. geben soll. Aber wie viele werden es in 5 Jahren noch sein?

Auch Sparkassen sind nicht immer krisenfest

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Sparkassen große Probleme haben. Und sie sind mitnichten immer krisenfest, wie es überall verlautbart wird.

Vergessen Sie nicht: Gerade in Spanien waren es die wankenden Sparkassen, die der Staat letztlich mit Steuergeldern retten musste.

Und auch in Deutschland können wir ein Lied davon singen.

Denn auch die Landesbanken – als Teil der Sparkassen-Gruppe – steckten z. T. riesige Summen in hochriskante Anlagen – und haben sie verzockt.

Wer haftet dafür? Na, wer wohl: Der Steuerzahler – also Sie!

Fazit: Das Bild der Sparkassen nach außen ist relativ gut. Doch nun wissen Sie, dass nicht alles unbedingt Gold ist, was glänzt.

Vertrauen Sie keiner Bank!

Vertrauen Sie also keiner Bank. Diejenigen, die das beispielsweise in den Krisenstaaten getan haben, mussten bitter dafür büßen – mit einem großen Teil ihres Vermögens; und damit mit ihrer Zukunft.

Seien Sie deshalb weiter auf der Hut!

31. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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