Niedrigzins-Politik: Finanzminister Schäuble hofft auf deren Ende

In deutschen Landen herrscht ja derzeit wieder einmal Bundestags-Wahlkampf.

Und bekanntlich wird ja vor Wahlen, nach der Jagd und in Kriegen massiv gelogen. Das wusste schon Reichskanzler Bismarck.

Wie auch immer, Herr Schäuble, der oberste Kassenwart des Landes, macht in diesen Tagen Wahlkampf u. a. in Thüringen.

Und dort sagte er dem Wahlvolk, dass er sich nicht über die Nullzins-Politik der EZB freuen würde.

Gleichzeitig gestand er aber auch ein, im Bundeshaushalt von der Politik der Draghi-EZB profitiert zu haben.

240 Mrd. € eingespart

À propos Zins-Ersparnis:

Die Bundesbanker haben in jüngster Vergangenheit insofern den Bleistift gespitzt und genau ermittelt, wie viel der deutsche Staat durch die Nullzins-Politik der EZB bisher an Zins-Kosten einsparen konnte.

Gemessen am Stand des Vorkrisenjahres 2007 kam es laut Bundesbank-Monatsbericht beim deutschen Staat zu einer Halbierung der Zins-Ausgaben:

Betrug die durchschnittliche Verzinsung im Jahr 2007 etwa 4%, lag sie im Jahr 2016 nur noch bei knapp 2%.

Allein im Jahr 2016 betrug die mit dem aktuellen Schuldenstand ermittelte, gesamtstaatliche Ersparnis demnach 47 Mrd. €.

Kumuliert erreichen die Zins-Entlastungen nach 2007 bisher eine Größenordnung von 240 Mrd. € – wohl gemerkt: bisher!

Von dieser Entlastung profitieren laut Monats-Bericht sowohl der Bund als auch insbesondere hoch verschuldete Länder und Gemeinden.

Letztere hätten im Vergleich zu einer gegenüber dem Jahr 2007 unveränderten Durchschnitts-Verzinsung demnach 17 Mrd. € im Jahr 2016 eingespart.

Schäuble hofft angeblich auf Zinswende

So weit zu den harten Fakten. Nun äußerte Schäuble jedenfalls die Hoffnung, dass die ultralockere Geldpolitik der EZB allmählich zu Ende gehe.

Die meisten Experten rechneten bereits damit, dass bei der nächsten Ratssitzung der Notenbank im September eine Entscheidung in diese Richtung fallen werde.

Allerdings müsse die EZB sehr vorsichtig vorgehen, wenn sie den Kurs ändere. Schäuble hoffe jedenfalls, dass die Wende gelingen möge.

Aber, im selben Kontext gestand er auch, dass das aktuelle Zinsniveau für die starke deutsche Wirtschaft zu gering sei, zugleich aber für Euro-Staaten in Südeuropa nötig.

Aufgrund dieses Dilemmas kritisiere er die Politik von Herrn Draghi auch nicht.

Fazit und Empfehlung

Unter dem Strich steht selbst eine winzige Zinswende unter konjunkturellem Vorbehalt.

Sollte die Wirtschaft – warum auch immer – wieder lahmen, wird die EZB die ultra-lockere Geldpolitik weiter forcieren.

Und dann werden Strafzinsen für Kleinsparer extrem schnell auf die Agenda kommen.

Sorgen Sie schon jetzt vor; und zwar mit einem Bargeld-Vorrat in möglichst kleinen Stückelungen!

22. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Günter Hannich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt