Finanzsystem ist instabil – die nächste Krise wird bald kommen

Das Platzen der Immobilienblase USA hat ganz klar gezeigt: Unser aktuelles Finanzsystem ist nicht stabil. Es wird dauerhaft nicht ohne Krisen weitergehen. Was folgte war zunächst die Finanzkrise 2008. Dann die Euro Krise 2011 und jetzt das Drama um Griechenland.

All diese Krisen lassen sich sehr leicht auf ein Grundproblem unseres Geldsystems zurückführen. Geld wird immer nur mit Zins verliehen. Ob es auch andere Möglichkeiten geben würde, wird in der heutigen Zeit nicht mehr hinterfragt.

Doch wenn Geld immer nur mit Zins verliehen wird, bedeutet es das derjenige der Geld verleiht immer mehr Vermögen anhäuft. Auf andere Seite heißt es, dass derjenige, der sich das Geld leiht, immer mehr Schulden anhäuft.

Dabei sind die Schulden innerhalb der vergangenen Jahre exponentiell gewachsen. In der Praxis bedeutet das: Die Schulden wachsen schneller als die Wirtschaftsleistung. Dies kann über einen gewissen Zeitraum gut gehen. Doch am Ende muss ein solches System mit exponentiell wachsenden Schulden zusammenbrechen.

Im Endeffekt ist es so, dass unser aktuelles Geldsystem das auf Zinsen basiert einen Verschuldungszwang produziert. Zu welch hohen Belastungen dies führen kann, zeigt ihnen das folgende Beispiel: Nehmen wir an die gesamte Geldmenge betrüge nur 100 Euro.

Würde man diese Geldsumme mit 5 % Zinsen anlegen, so hätte man nach einem Jahr 105 Euro. Dabei muss ihnen eins klar sein: Diese fünf Euro Zinsgewinn können nur ausgezahlt oder auch nur verbucht werden, indem auch entsprechende Schulden gegenüberstehen.

Schuldenabbau ist in diesem System kaum noch möglich – das macht die Lage so brisant

Damit also auf der einen Seite die fünf Euro Cents Zuwachs ausgezahlt werden können, muss auf der anderen Seite jemand bereit sein, fünf Euro neue Schulden aufzunehmen. Wenn dazu aber die Marktteilnehmer nicht mehr bereit sind, bricht das Spiel zusammen.

Rechnerisch bedeutet das tatsächlich, dass ein wirklicher Schuldenabbau bei einem Zinssystem nahezu ausgeschlossen ist. Sicherlich hat es in der Geschichte immer wieder Phasen gegeben, in denen sich Staaten entschuldet haben. In der Praxis bedeutet das aber nur, dass die Verschuldungsquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zurück gefahren wurde.

Dies gelang jedoch in den meisten Fällen nur, weil eben gleichzeitig die Unternehmen und auch die Privathaushalte bereit waren, sich umso stärker mit Krediten zu verschulden.

Für Sie wird aber deutlich: Wenn die immer stärker wachsenden Vermögen, die auf Zinsgewinnen basieren keine rentablen Anlagemöglichkeiten mehr finden, wandert das Geld in die Spekulation. Und genau hier lauern dann große Gefahren für die meisten Vermögen. Was da hinter steckt, erfahren Sie in einer weiteren Ausgabe zum Thema.

20. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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