Finisar-Aktie: Apple-Einstieg lässt Anleger jubeln

Seit dem Jahreshoch im Februar bei 36 Dollar schwächelte die  Aktie des US-Konzerns Finisar.

Unter mehr oder weniger ausgeprägten Erholungs-Phasen ging es deutlich bis auf 17 Dollar in den Keller.

Doch mit den jüngsten Nachrichten über den Einstieg des Technologie-Giganten Apple sind die Papiere wiederbelebt worden: Alleine am Mittwoch ging es um beinahe 23% nach oben.

Finisar im Porträt

Der in Kalifornien ansässige US-Konzern ist als Hersteller von optischen Kommunikations-Komponenten tätig.

So beliefert Finisar auch den Technologie-Giganten Apple mit speziellen Laser-Dioden für die Truedepth-Kamera und die Näherungs-Sensoren für die drahtlosen Airpods-Kopfhörer.

Für Sie zur Information: Mit den Komponenten der Truedepth-Kameras im iPhone X wird die Gesichts-Erkennung ermöglicht.

Finisar produziert für das Face-ID-System sogenannte VCELs (vertical-cavity surface-emitting lasers).

Dabei handelt es sich um eine Laser-Diode, bei der das Licht senkrecht zur Ebene des Halbleiter-Chips abgegeben wird. Sie kommen u. a. in Lichtwellen-Leitern zum Einsatz.

Strammes Wachstum

In den vergangenen Jahren zeigte Finisar eine beeindruckende Geschäfts-Entwicklung.

Lagen die Erlöse im Jahr 2003 noch bei 166 Mio. Dollar, so erzielte die US-Firma im zurückliegenden Geschäftsjahr bereits einen Umsatz in Höhe von 1,44 Mrd. Dollar.

Zugleich schaffte der Laser-Spezialist auch operativ die Trendwende. Hohe Verluste im 3-stelligen Millionen-Bereich hat Finisar hinter sich gelassen.

Im letzten Jahr erzielte der Technologie-Konzern mit 249 Mio. Dollar immerhin eine Gewinn-Marge von 17,2%.

Apple investiert knapp 400 Mio. Dollar

Jetzt investiert Apple 390 Mio. Dollar in seinen Zulieferer. Dabei soll das Geld Finisar vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung unterstützen.

Geplant ist u. a. die Einrichtung einer neuen Fabrik in Sherman im US-Bundesstaat Texas. Dort sollen rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Grund der Finanzierungs-Hilfe liegt auf der Hand. Der Smartphone-Riese Apple geht davon aus, dass sein Bedarf an den speziellen Laser-Dioden von Finisar stark ansteigen wird.

Alleine im 4. Quartal will der iPhone-Hersteller 10x mehr VCSEL-Wafer kaufen als bisher weltweit in einem ähnlichen Zeitraum produziert wurden.

Dieser zusätzliche Bedarf soll durch die neue Fabrik abgedeckt werden.

Der Gedanke liegt nahe, dass künftig die Gesichts-Erkennung immer wichtiger wird und den altgedienten Fingerabdruck ersetzen könnte.

Sie können davon ausgehen, dass in Zukunft deutlich mehr Apple-Produkte mit der innovativen Gesichts-Erkennungs-Funktion ausgerüstet werden.

Klassische Win-Win-Situation

Dabei ist der Deal für Apple kein Einzelfall.

Bereits im Frühsommer griff Apple Corning, dem Hersteller von Gorilla Glas, mit dem Apple u. a. die Displays seiner Mobilgeräte schützt, mit einer Finanzspritze von 200 Mio. Dollar unter die Arme.

Für Apple dürfte die Investition aufgehen. Mit der Finanzhilfe sichert sich der Konzern schnellere und v. a. ausreichende Produktions-Kapazitäten für wichtige Komponenten.

Im Gegenzug erhalten die Unternehmen PlanungsSicherheit und längerfristige Aufträge.

Analysten sehen nur begrenztes Kurs-Potenzial

Trotz der erfreulichen Nachrichten hält sich die Begeisterung der Analysten in Grenzen.

Dabei sieht die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 für das kommende Geschäftsjahr auf den 1. Blick alles andere als teuer aus.

Die Experten rechnen mit einem Gewinnsprung auf 1,45 Dollar je Aktie im kommenden Geschäftsjahr (2017 erwartet:  1,13 Dollar).

Das durchschnittliche Kursziel der 14 Analysten liegt mit 24,42 Dollar aber nur marginal über dem aktuellen Kursniveau.

15. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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