Firmen-Gründer prüfen Blackberry-Übernahme

Die einstigen Unternehmens-Gründer Mike Lazaridis und Douglas Fregin wollen für Blackberry ein Übernahme-Angebot abgeben. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Der kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry hat einen neuen Kauf-Interessenten gefunden. Die einstigen Unternehmens-Gründer Mike Lazaridis und Douglas Fregin wollen für Blackberry ein Übernahme-Angebot abgeben.

Medienberichten zufolge haben die beiden ehemaligen Blackberry-Manager bereits die renommierten Finanz-Unternehmen Goldman Sachs und Centerview Partners engagiert.

Lazaridis und Fregin beabsichtigen, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Zusammen halten sie aktuell rund 8% der Blackberry-Papiere.

Neben den beiden Unternehmens-Gründern, gibt es derzeit auch einen weiteren Interessenten am angeschlagenen kanadischen Unternehmen. Fairfax Financial, geführt vom ehemaligen Blackberry-Verwaltungsratswmitglied Prem Watsa, hat bereits ein vorläufiges Angebot in Höhe von 4,7 Mrd. US-$ abgegeben.

Zusammenarbeit seit der Schulzeit

Lazaridis und Fregin kennen sich nicht erst seit ihrer gemeinsamen Zeit bei Blackberry. Die beiden Freunde gingen zusammen in die Grundschule in Kanada und sind seither befreundet.

Im Jahr 1984 haben die beiden Schulfreunde dann das Unternehmen Research in Motion (RIM) gegründet, das vor wenigen Monaten den Namen des wichtigsten Produkts “Blackberry” annahm.

2007 trennten sich die Wege. Fregin zog sich aus dem Unternehmen zurück. 2012 folgte dann auch Lazardis.

Lazaridis musste den Schreibtisch räumen, nachdem er einen Machtkampf mit dem ehemaligen Siemens-Manager Thorsten Heins verlor.

Grundlos wurde Lazaridis nicht gehen. Ser ehemalige Vorstandsvorsitzende als der Haupt-Verantwortliche für die großen Probleme bei Blackberry. Während seiner Amtszeit entschied sich der Smartphone-Pionier unter anderem gegen Touch-Screen-Handys und blieb der traditionellen Tastatur treu. Andere wichtige Trends wurden verschlafen – die Konkurrenz unterschätzt.

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Skepsis über Fairfax-Angebot

Fairfax Financial will den Blackberry-Aktionären 9 US-$ je Aktie bieten.  Bis zum vierten November entscheidet sich der Bieter, ob es zu einem Angebot kommt. Der Markt hat offenbar Skepsis, dass es einen Deal geben wird. Die Aktie liegt rund 10% unter der möglichen Offerte.

Fairfax will die Übernahme mit Krediten und der Unterstützung weiterer Finanz-Investoren stemmen. Die Suche gestaltet sich jedoch als schwierig. Blackberry hat große operative Probleme. Bis das Unternehmen wieder erfolgreich arbeitet, dürfte es noch Jahre dauern.

Einige Analysten bezweifeln, dass dem Smartphone-Pioneer überhaupt noch geholfen werden kann.

Weitere Option: Unternehmenszerschlagung

Sollte Blackberry nicht komplett verkauft werden können, steht eine weitere Option zur Verfügung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete vergangene Woche, dass der einstiege Smartphone-Pionier auch mit einer Zerschlagung des Unternehmens liebäugelt.

Vor allem die Blackberry-Patente und das Server-Netz für den E-Mail-Verkehr sind für IT-Unternehmen interessant.

Allein die verschiedenen Patente sollen nach Unternehmensunterlagen 2 bis 3 Mrd. US-$ wert sein. Zudem ist das erfolgreiche Server-Netz für Geschäftskunden als separate Einheit heraustrennbar.

Die Gerüchte-Küche brodelt bereits, wer sich welchen Teil von Blackberry schnappen wird. Namentlich genannt werden SAP, CISCO oder Google sowie chinesische Interessenten.

Doch nicht nur die Technologie von Blackberry ist begehrt. Ingenieure des kanadischen Unternehmens sollen schon von Apple angesprochen worden sein. Ein eigenes Apple-Personalbüro soll sogar in der Nähe vom Blackberry-Hauptsitz in Ontario dafür bereitstehen. Es bleibt spannend.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.