First Sensor: Warum der Sensor-Spezialist von Roboter-Autos profitiert

First Sensor: Ein deutscher Nebenwert reitet die Sensorik-Welle. Doch auch bei diesem sieht trotz Kurs-Potenzials nicht alles rosig aus. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Auf den 1. Blick müsste der Kurs der First-Sensor-Aktien eigentlich durch die Decke gehen – oder zumindest im Fokus der Anleger stehen.

Denn mit seinen Sensoren für künftig selbstfahrende Autos bedient das Unternehmen eines der aktuell größten Modethemen der Aktionäre.

Dabei umfasst die Sensorik im Auto weit mehr als Fahrer-Assistenz-Systeme und autonomes Fahren:

Ob Schadstoff-Reduzierung, optimierte Antriebe oder Sicherheit – überall sind Sensoren und die Integration von Daten in Fahrzeug-Systeme gefordert.

Dennoch liegen die Papiere seit Jahresbeginn satte 22% im Minus.

Für Sie zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum hat der TEC-DAX, also der Index von deutschen mittelgroßen Technologie-Firmen, um mehr als 20% an Wert gewonnen.

Deutscher Spezialist für Sensoren

First Sensor hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Sensor-Lösungen spezialisiert in den Branchen:

  • Life Science,
  • Industrial,
  • Mobility,
  • Security
  • und Aerospace.

Die Sensoren dienen dabei der Umwandlung von nichtelektrischen Größen wie

  • Strahlung,
  • Licht,
  • Druck,
  • Geschwindigkeit
  • oder Temperatur

in elektronische Messgrößen, um diese dann in elektronischen Systemen weiterverarbeiten zu können.

Die Wertschöpfungskette der Firma umfasst die Produktion einzelner Sensoren, die Herstellung von Sensor-Modulen sowie die Fertigung von Sensor-Systemen.

Weltweit führend bei maßgeschneiderten Lösungen

Die Produkte werden in kleinen bis hin zu großen Serien gefertigt.

Bei für Kunden maßgeschneiderten Lösungen gehört First Sensor weltweit zu den größten Anbietern. Besonders die Automobil-Branche ist ein bedeutender Kundenkreis.

Ob Füllstand-Sensoren, Reifendruck-Messung, Ultraschall-Sensoren oder Kameras – bereits heute sind in modernen Fahrzeugen oft mehr als 100 Sensoren unterschiedlicher Komplexität verbaut.

Und diese Systeme werden auch für die Kunden immer wichtiger.

Immer mehr Käufer finden Gefallen an Rundum-Sichten vom Fahrzeug, adaptives Licht, Einparkhilfen, Abstands- und Spurhalte-Assistenten.

Gute Verhandlungs-Position für First Sensor

Die Marktposition des Konzerns ist dabei gar nicht einmal schlecht.

Die großen Sensor-Hersteller fokussieren sich auf Standard-Produkte und die Erzielung von Skalen-Vorteilen. First Sensors Nischen sind für diese häufig nicht attraktiv.

Kleineren Playern bleibt hingegen der Marktzugang verwehrt. Hinzu kommt:

Die Sensor-Kosten machen lediglich einen vernachlässigbaren Teil der Kosten eines Endprodukts aus, was die Verhandlungs-Position von First Sensor stärkt.

Fehlender Großauftrag sorgt für Umsatz-Rückgang

Der Start ins laufende Jahr ist hingegen verhalten ausgefallen:

Bei den Erlösen musste First Sensor einen Rückgang von 37,5 auf 34,3 Mio. € verkraften. Grund war v. a. ein Großauftrag aus der Mobility-Sparte, der ausgelaufen ist.

Im gesamten Vorjahr hatte der Auftrag noch rund 10 Mio. € zu den Umsätzen beigesteuert.

Vor Zinsen und Steuern ist der Quartals-Gewinn um 18,8% auf 1,8 Mio. € eingebrochen. Je Aktie blieb ein Gewinn von 0,13 € nach 0,16 € im Vorjahr übrig.

Einen Silberstreif am Horizont konnten die Anleger hingegen beim Auftrags-Eingang erkennen; dieser kletterte nämlich von 31,4 auf 35,1 Mio. €.

Dynamik sollte in der 2. Jahreshälfte wieder deutlich zulegen

Unterdessen zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich:

2017 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 140 – 145 Mio. € an, während vor Zinsen und Steuern eine Gewinnspanne zwischen 5 und 6% erreicht werden soll.

Auf lange Sicht will Firmenchef Dirk Rothweiler die Profitabilität schrittweise bis auf 10% verbessern.

Analysten sehen deutliches Aufwärts-Potenzial

Mit einem Börsenwert von im Moment gerade einmal 115 Mio. € ist First Sensor ein kleiner Nebenwert, der unterhalb des Radars der großen Anleger fliegt.

Es ist also kein Wunder, dass es entsprechend auch nur ein Bankhaus gibt, das eine Analyse zu der Firma veröffentlicht hat.

Bei einem geschätzten Gewinn je Aktie von 0,68 € in 2017 und 0,86 € im nächsten Geschäftsjahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 16 respektive 12.

Bei einem Kursziel von 15 € sehen die Analysten ein Kurs-Potenzial von aktuell 31%.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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