Fitbit-Aktie: Wearables-Hersteller schluckt Smartwatch-Rivalen

Die Anleger neigen gerne zu Übertreibungen. So auch beim Börsengang des Wearable-Spezialisten Fitbit im vergangenen Jahr.

Hinter dem neumodischen Ausdruck „Wearables“ versteckt sich bei Fitbit die Entwicklung und Herstellung von sogenannten Fitness-Trackern.

Also Armbänder, die zur Aufzeichnung der sportlichen Aktivität (Kalorienverbrauch, Schrittzähler, Puls) und auch des Schlafrhythmus eingesetzt werden.

Jedenfalls trieb die Euphorie die Aktie innerhalb kürzester Zeit bis auf 51,64 Dollar nach oben. Damit erreichte das Startup eine geradezu gigantische Bewertung von knapp 8,8 Mrd. Dollar.

Eine Abschwächung der vormals dynamischen Nachfrage nach den Geräten und aufkommender Wettbewerb brachten dann aber Sand ins Getriebe.

Der Aktienkurs purzelte auf unter 8 Dollar und jegliche Euphorie wich aus dem Papier. Jetzt machte der Konzern mit der Übernahme des Smartwatch-Konkurrenten Pebbles auf sich aufmerksam.

Smartwatch-Pionier Pebble ist gescheitert

Der Smartwatch-Pionier Pebble ist als eigenständige Firma gescheitert.

Obwohl der Pionier bereits mehr als 2 Mio. der sogenannten Smartwatches verkauf hat, konnte Pebble seinen zeitlichen Vorsprung bei Smartwatches nicht in Marktanteile umwandeln.

Apple wurde mit seiner im April 2015 gestarteten Computer-Uhr aus dem Stand zum Marktführer und hält diese Position mit klarem Abstand, auch wenn die Verkäufe in diesem Jahr zumindest bis zum Start einer neuen Version deutlich zurückgingen.

Hardware-Geschäft wird eingestellt

Jetzt schluckt Fitbit für weniger als 40 Mio. Dollar das Geschäft.

Allerdings sind laut informierten Kreisen die Schulden und andere Verbindlichkeiten von Pebble höher als dieser Betrag. Im Anschluss soll das Hardwaregeschäft aber eingestampft werden.

Demzufolge werden keine neuen Geräte mehr beworben, produziert oder von der Firma selbst verkauft. Wie es mit dem Support bereits bestehender Geräte aussieht, ließ Pebble noch offen.

Bei dem Deal ging es offenbar nur um das technische Know-How der kleinen Firma, nicht um die Hardware. V. a. die Software-Entwickler sollen Angebote von Fitbit erhalten haben.

Mit erfahrenen Mitarbeitern und den bereits geplanten Neuerungen von Pebble im Fitnessarmband-Bereich erhofft Fitbit sich:

  • eine schnellere Bereitstellung neuer Produkte,
  • erweiterte Funktionen
  • und mehr Effizienz in der Entwicklung der eigenen Produktpalette.

Fitbit kämpft mit der harten Konkurrenz – Wachstum schwächt sich deutlich ab

Unterdessen läuft es bei Fitbit auch nicht mehr richtig rund:

Die kräftigen Umsatz-Steigerungen gehören längst der Vergangenheit an. Immerhin explodierten die Erlöse von 76 Mio. Dollar in 2012 auf 1,85 Mrd. Dollar im letzten Jahr.

Für das laufende Vierteljahr peilt Fitbit allerdings nur ein Umsatzplus von 2 – 5% vorher; an der Börse war deutlich mehr erwartet worden.

Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie fiel die Prognose mit 14 – 18 US-Cent drastisch unter der Erwartung bei 75 Cent aus.

Bereits im vergangenen Quartal brach der Gewinn 45% ein, obwohl der Konzern mit 5,3 Mio. Geräten deutlich mehr als im Vorjahr verkaufte (4,8 Mio.).

Ob an dem schwächer werdenden Trend die Pebbles-Übernahme etwas ändern wird, darf allerdings stark bezweifelt werden.

13. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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