Fitbit: Fitnessspezialist verharrt weiter in der Verlustzone

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Fitbit-Aktie: Fitnessspezialist verharrt in der Gewinnzone. Cocktail aus rückläufigem Geschäft und zunehmender Konkurrenz bringt Kurs unter Druck (Foto: George Rudy / Shutterstock.com)

Die Euphorie des Börsengangs von Fitbit ist längt verflogen. Vielleicht erinnern Sie sich noch als der Hersteller von Fitnessarmbändern im Sommer 2015 sein Börsendebüt feierte. Die Anleger rissen sich regelrecht um die Aktien des US-Konzerns. Sogar die Preisspanne wurde in der Zeichnungsphase nach oben geschraubt. Auch den Erstausgabepreis von 20 Dollar ließen die Papiere schnell hinter sich. Innerhalb weniger Wochen explodierte die Aktie regelrecht bis auf über 51 Dollar. In der Spitze war das Start-up-Unternehmen damit über 10,5 Milliarden Dollar schwer.

Seither ging es allerdings schrittweise bergab. Die Anleger mieden die Papiere auf Grund einer schwachen Geschäftsentwicklung und zunehmender Konkurrenz. Zuletzt notierte die Aktie mit 5,54 Dollar knapp 90% unter ihrem Allzeithoch. Über 9 Milliarden Dollar an Marktwert wurden in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren vernichtet.

Fitbit im Porträt

Falls Sie den Konzern nicht kennen, die Produkte kennen Sie bestimmt. Der US-Konzern ist vor allem für seine Fitnessarmbänder bekannt, mit denen Sie Schritte, Kalorien und Herzfrequenzdaten messen können. Zum Zeitpunkt des Börsengangs (2015) lag der weltweite Marktanteil der Firma bei stolzen 34%. Mittlerweile hat Fitbit sein Produktsortiment verbreitert. Neben Fitnessarmbändern und Uhren verkauft das Unternehmen auch intelligente Waagen und kabellose Kopfhörer.

Geschäftsentwicklung nichts für schwache Nerven

Die Geschäftsentwicklung von Fitbit hat es in sich. Einem explosionsartigen Umsatzwachstum von 76 Millionen Dollar in 2012 auf 2,16 Milliarden Dollar in 2016 folgte ein regelrechter Absturz. Von der Gewinnzone ist der US-Konzern mittlerweile weit entfernt. Immerhin erzielte Fitbit im Jahr 2014 noch eine Gewinnmarge von 17,6%. In den letzten beiden Geschäftsjahren schrieb der Technologiekonzern hingegen rote Zahlen.

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Schwaches Weihnachtsgeschäft macht sich bemerkbar

Aktuell läuft es nämlich alles andere als rund. Alleine im wichtigen Weihnachtsquartal verkaufte Fitbit mit 5,4 Millionen Geräten knapp 17% weniger Fitnesstracker als im Vorjahr. Im Gesamtjahr setzte Fitbit mit 15,3 Millionen (Vorjahr: 22,3 Millionen) Geräten ebenfalls deutlich weniger ab als im Vorjahr.

Unter dem Strich fuhr Fitbit einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar ein. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 2,16 Milliarden Dollar. Auch die Profitabilität ließ stark zu wünschen übrig. Mit einem Verlust von 277,2 Millionen Dollar lag das Unternehmen sogar unter dem Niveau des Vorjahres (2016: 102,8 Millionen Dollar). Auch die Zahl der aktiven Nutzer sank von 25,4 auf 23,2 Millionen.

Neue Produkte und höhere Preise sollen Trendwende bringen

Unterdessen versucht sich Fitbit mit neuen, höherpreisigen Produkten aus der Misere zu manövrieren. Vor allem mit Smartwatches wie der Fitbit Ionic will sich der Konzern gegen die mächtigen Rivalen wie Apple positionieren und wieder Boden gut machen. Allerdings hält sich auch der Optimismus der Konzernführung in Grenzen. Für das laufende Geschäftsjahr wird nochmals ein Umsatzrückgang von 20% erwartet. Daher drängt sich trotz des kollabierten Aktienkurses ein Einstieg fundamentaler Sicht immer noch nicht auf.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.