Fitbit: Übernahme durch Google kein Selbstläufer

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Die australische Regulierungsbehörde funkt bei der Fitbit-Übernahme durch Google dazwischen. Wie geht es jetzt weiter für den Pionier für Fitnessarmbänder? (Foto: achinthamb / Shutterstock.com)

Die Übernahme des Pioniers für Fitnessarmbänder Fitbit zieht sich weiter in die Länge. Bereits vor über 6 Monaten legte der Tech-Gigant Google eine 2,1 Milliarden Dollar schwere Offerte für Fitbit auf den Tisch. Für 7,35 Dollar je Aktie sollte der Hersteller von Fitnesstrackern und Wearables den Besitzer wechseln. Doch durch ist der Deal noch lange nicht. Eine finale Entscheidung soll am 13. August fallen.

Derzeit scheinen auch die Anleger ihre Zweifel zu haben, ob die Transaktion wirklich durchgeht. Immerhin könnten die Aufsichtsbehörden die Übernahme noch durchkreuzen. Der Kurs der Fitbit-Aktie verharrt momentan bei 6,23 Dollar und liegt damit deutlich unter dem Niveau des Kaufangebots.

Fitbit im Portrait

Fitbit ist in den Bereichen Gesundheit und Fitness tätig. Dabei vertreibt das Unternehmen in erster Linie Fitness-Armbänder und Smartwatches, die eine Reihe von alltäglichen Aktivitäten der Träger aufzeichnen: Dazu zählen unter anderem die Schrittzahl, zurückgelegte Strecke, Herzfrequenz, aktive Zeit und Schlafstunden. Andere Geräte werden für die Messung von Gewicht, BMI, fettfreier Masse und Körperfettanteil verwendet.

Zudem hat der Konzern gerade ein Beatmungsgerät für Corona-Patienten entwickelt und steht nach eigenen Angaben kurz vor der Zulassung des Geräts durch die Gesundheitsbehörde.

Hoch gelobt und tief gefallen

Fitbit erwischte mit seinen Produkten einen richtig guten Start. Immerhin war der Konzern zum Börsengang, entgegen zahlreicher anderer Start-ups, bereits profitabel und hatte über 20 Millionen Fitnesstracker an seinen Kunden verkauft. Zugleich stieg der Konzern in die Herstellung von Herzfrequenzsensoren und Sportuhren ein. Von 2012 bis 2016 explodierten die Umsätze regelrecht von 76 auf 2,16 Milliarden Dollar. Allerdings erreichte Fitbit schon im Jahr 2014 seinen Höhepunkt, was die Gewinne angeht. Damals blieb ein Nettogewinn von 132 Millionen Dollar hängen, was einer Gewinnspanne von 17,68% entspricht. Seither ging es stetig bergab.

Seit 2016 entwickeln sich die Umsätze rückläufig. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Umsatz nur noch bei 1,43 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steckte Fitbit, wie die Jahre zuvor, tief in der Verlustzone fest (-321 Millionen Dollar). Das lag vor allem an der deutlich schärferen Wettbewerbssituation. Fitbit hat inzwischen viele Rivalen. Neben Apple, Jawbone sind auch Elektronik-Riesen wie Samsung, LG oder Huawei in dem Geschäft aktiv. Zugleich sorgt der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi mit Tiefpreisen für kräftigen Preisdruck.

Auf der Suche nach kontinuierlichen Einnahmen

Entsprechend versucht das Fitbit-Management auf das neue Wettbewerbsumfeld zu reagieren und sich strategisch neu zu positionieren. Im Herbst startet Fitbit unter dem Namen Premium einen Dienst, der tiefere Einblicke in die mit den Geräten gespeicherten Daten ermöglicht. Hier gibt es sogar Berichte, die Gesundheitsdaten so aggregieren, dass sie für Ärzte verwendet werden können. Fitness-Freunde finden in Fitbit Premium zudem Trainingspläne und eine Community Gleichgesinnter.

Weiterer Verlust von Marktanteilen

Bislang fällt Fitbit die Rückkehr auf den Erfolgspfad allerdings schwer. Mit 0,9 Millionen verkauften Smartwatches schmolz der Marktanteil im Jahresvergleich von 8,9% auf 6,2% zusammen. Stattdessen haben die Nutzer zu Huawei gegriffen und dem im globalen Smartphone-Segment strauchelnden Hersteller die Verkaufszahlen mehr als verdoppelt (Marktanteil inzwischen >14%). Auch im Wearables-Bereich musste Fitbit mit Einbußen kämpfen. In diesem Segment sackte der Markanteil von 5,2% auf 3%  in den Keller.

30% Umsatzrückgang im ersten Quartal

Die schwierige Lage macht sich auch im ersten Quartal, das bei Fitbit Anfang April geendet hat, in der Umsatzentwicklung bemerkbar. Unter dem Strich schmolzen die Umsätze um 30,78% auf 188,1 Millionen Dollar zusammen. Fitness Health Solutions machte mit 27 Millionen Dollar 14% der Umsätze aus. Mit einem Minus von 64,6 Millionen Dollar fiel der Verlust nochmals höher aus als im Vorjahresquartal (38,1 Mio. Dollar).

Australische Behörde sieht Übernahme kritisch

Ob die Übernahme wirklich über die Bühne geht, wird sich spätestens Mitte August entscheiden. Skeptisch hat sich jetzt die australische Regulierungsbehörde zu Wort gemeldet: Durch das massive generierte Datenvolumen könnten die Markeintrittsbarrieren für Wettbehörde zu stark erhöht werden. Es bleibt also spannend: Ich werde die Lage für Sie weiter verfolgen.

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Fitbit: Wettbewerbsbehörde schiebt schnellem Deal einen Riegel vorGoogle hechelt Fitbit-Closing weiter hinterher: EU-Wettbewerbskommission melden Bedenken gegen Übernahme des Pioniers für Fitnessarmbänder an. › mehr lesen


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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