Fleetcor-Aktie: Spezialist von Tankstellen-Karten schluckt führenden Zahlungs-Dienstleister

Kaum 2 Monate ist es her, dass Fleetcor eine weitreichende Kooperation mit First Data verkündet hat.

Jetzt hat Fleetcor einen weiteren Deal eingefädelt und für 675 Mio. Dollar den Zahlungsdienstleister Cambridge Global Payments übernommen.

Die Fleetcor-Aktie reagierte mit einem deutlichen Kurs-Abschlag, obwohl die Transaktion sich für das langfristige Wachstum als ausgesprochen positiv erweisen könnte.

Fleetcor positioniert sich in internationalem Wachstumsmarkt

Das Objekt der Begierde, Cambridge Global Payments, wurde 1992 gegründet und verarbeitet jährlich mehr als 20 Mrd. Dollar an grenzüberschreitenden B2B-Zahlungen.

Seit 2010 leitet Gary McDonald, der zuvor bei dem Kreditkarten-Riesen American Express in leitender Funktion tätig war, die Firma.

Der Deal ermöglicht Fleetcor den Einstieg in den rund 145 Mrd. Dollar schweren Markt mit grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr.

Zukünftig können inländischen Kunden bessere Zahlungs-Abwicklungen auf internationalen Märkten angeboten werden.

Auch finanziell soll sich die Transaktion lohnen: Bereits im 1. Jahr erwartet Fleetcor einen positiven Effekt auf den Gewinn je Aktie.

Führender Anbieter von Tankstellen-Karten

Kennen Sie Fleetcor überhaupt? In Deutschland ist das Unternehmen bei Investoren nämlich noch so gut wie gar nicht bekannt.

Dabei handelt es sich um einen der führenden Anbieter von Tankstellen-Karten und der dazugehörigen Abwicklung.

Kunden von Fleetcor sind Konzerne, bei denen Mitarbeiter regelmäßig selbst zum Tanken der Firmen-Fahrzeuge an eine Tankstelle fahren.

Hierzu zählen z. B. Außendienst-Mitarbeiter oder LKW-Fahrer.

Für diese Konzerne ist die Zahlung an der Tankstelle mit einer sogenannten FleetCard gegenüber traditionellen Kreditkarten oder Barzahlungen mit erheblichen Vorteilen verbunden.

Volle Kosten-Kontrolle und hohes Einspar-Potenzial

Zum einen reduziert sich für die Kunden der Verwaltungs-Aufwand erheblich. Die Abrechnung erfolgt bei einer FleetCard automatisch und klar übersichtlich.

Zugleich erhalten die Firmen eine transparente und vollumfängliche Kosten-Kontrolle; die Konzerne haben sehr schnell einen Überblick über die gesamten Spritkosten.

Gerade bei sehr großen Konzernen ist der Überblick über die Spritkosten ansonsten nur mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen möglich.

Darüber hinaus eröffnet sich den Kunden ein beträchtliches Einspar-Potenzial. Dem Tankstellen-Gewerbe ist natürlich auch an einer Geschäfts-Beziehung mit Fleetcor gelegen.

Denn so kann auf einen Schlag eine Vielzahl von Endkunden (jeder Mitarbeiter eines Konzerns, der mit einer FleetCard ausgestattet ist) gewonnen werden.

Zu den Partnern von Fleetcor zählen u. a. Shell, BP und Chevron, die den Fleetcor-Kunden Rabatte gewähren, damit diese die Tankstellen der genannten Öl-Konzerne ansteuern und nicht zur Konkurrenz fahren.

Das reduziert wiederum die Spritkosten der Konzerne, die hierdurch einen Anreiz haben Fleetcor-Kunde zu werden.

Beeindruckende Wachstums-Story

Dass sich mit dem einfachen und übersichtlichen Geschäftsmodell richtig Geld verdienen lässt, zeigt Ihnen ein Blick in die Bilanz des Konzerns:

Seit 2008 kletterten die Umsätze von 341 Mio. Dollar auf zuletzt immerhin 1,83 Mrd. Dollar in die Höhe.

Der Gewinn vervielfachte sich im Gegenzug von 97 Mio. Dollar auf 452 Mio. Dollar. Das entspricht einer ausgesprochen beeindruckenden Gewinnmarge von 24,70%.

Jahresstart über den Erwartungen

Auch zum Jahresstart hält die hohe Dynamik weiter an: Im 1. Quartal schnellten die Erlöse um 26% auf 520,4 Mio. Dollar in die Höhe. Der Gewinn verbesserte sich auf 1,31 Dollar je Aktie.

Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum erzielte Fleetcor „nur“ einen Gewinn von 1,17 Dollar je Anteilsschein.

Ausblick nach oben geschraubt

Nach dem guten Jahresbeginn zeigt sich Firmenchef Ronald F. Clarke zuversichtlich und hebt den Jahres-Ausblick an:

Bei einem Jahres-Umsatz von 2,17 – 2,235 Mrd. Dollar erwartet Clarke nun einen Gewinn je Aktie von 8,21 – 8,41 Dollar (alt: 8,10 – 8,30 Dollar).

Die Anleger zeigen sich aber noch skeptisch und halten sich weiter mit Käufen zurück.

4. Mai 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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