Fleischlos boomt

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Die Global Player der Nahrungsmittel-Branche sind frühzeitig in den Markt für vegane und vegetarische Produkte eingestiegen. (Foto: Steve Heap / shutterstock.com)

Der Trend zu gesünderen Lebensmitteln wird auch in diesem Jahr das Wachstum der Nahrungsmittel-Branche antreiben.

Fast 90% der deutschen Bevölkerung will, dass Lebensmittel nicht nur satt machen, sondern auch Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden positiv beeinflussen. Vor allem der Markt für vegetarische und vegane Produkte boomt. Immer mehr Konsumenten verzichten auf Fleisch und andere tierische Produkte, sei es aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes oder aus Sorge um die eigene Gesundheit oder um das Wohl der Tiere und die Sicherstellung der Ernährung der Weltbevölkerung.

Vollkommen auf Fleisch, Fett und Zucker verzichten wollen aber nur wenige. Etwa 7% der Deutschen sind echte Vegetarier, vegan ernährt sich nur 1% der Bevölkerung. Die Wachstumsraten sind aber gewaltig. Der Umsatz mit vegetarischen und veganen Lebensmitteln steigt hierzulande seit Jahren zweistellig, 2018 um 33% auf 978 Mio. €. Im laufenden Jahr dürfte die Marke von 1,2 Mrd. € übertroffen werden.

Mit Fleisch und Fertiggerichten ist dagegen kaum noch Wachstum möglich. Für Aufsehen hat in den vergangenen Monaten der US-Konzern Beyond Meat mit seinen Frikadellen aus Erbsenmus gesorgt. Aber auch die Global Player der Branche sind frühzeitig in den Markt für vegane und vegetarische Produkte eingestiegen: Danone mit der Übernahme der US-Konzerns White-Wave und Kellogg mit seiner Tochter Morningstar Farms.

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Und Nestlé beliefert McDonald’s mit der Burger-Frikadelle Big Vegan TS, die im Wesentlichen aus Linsen und Mohrrüben besteht. Auf das veränderte Konsumverhalten reagieren die Schweizer zudem mit der Reduzierung der Fett-, Zucker- und Salzanteile in ihren Produkten und dem Verkauf des Wurstherstellers Herta. Anders als der neue Börsenstar Beyond Meat machen Konzerne wie Danone, Kellogg und Nestlé mit ihren fleischfreien Nahrungsmitteln nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinn.

Tabakkonzerne weiter unter Druck

Altria, BAT und Philip Morris sind von ihren historischen Höchstständen noch weit entfernt. Pläne der Regulierungsbehörden, die eine deutliche Reduktion des Nikotingehalts und ein Verkaufsverbot für Menthol-Zigaretten betreffen, bremsen die Kursentwicklung. Auch bei alternativen Produkten wie E-Zigaretten und Tabakerhitzern drohen Einschränkungen. Wachsen können die Konzerne nur noch über Preiserhöhungen und Akquisitionen. Die Umsatzeinbußen durch den kontinuierlich schrumpfenden Zigarettenabsatz werden auch die Alternativen mittelfristig nicht kompensieren können. Für Tabakkonzerne spricht einzig die hohe Dividendenrendite.

Meine Favoriten

Grundsätzlich sind Nahrungsmittel-Hersteller weitgehend unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung. Auf der Gewinnerseite stehen aber nur die Konzerne, die auch die richtigen Produkte im Angebot haben. Dazu zählt in erster Linie der Schweizer Konzern Emmi, der mit seinen Molkerei- und Käseprodukten großen Erfolg hat. Auch Nestlé ist wieder auf Kurs. Die Restrukturierung greift. Das Wachstum hat sich zuletzt wieder beschleunigt und die Profitabilität verbessert.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.