Flir-Aktie: Spezialist für Wärmebildkameras setzt auf Künstliche Intelligenz

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Der Spezialist für Wärmebildkameras Flir Systems: setzt auf Künstliche Intelligenz und hebt die Prognose für laufendes Geschäftsjahr leicht an. (Foto: VanderWolf Images / shutterstock.com)

Manche Firmen sind hierzulande so gut wie unbekannt, zählen aber weltweit zu den Marktführern in ihrer Branche. Zu diesen Unternehmen dürfte auch Flir Systems, ein Spezialist für Infrarotkameras, zählen. Die Kamerasysteme des US-Konzerns finden immer stärkere Verbreitung, nicht nur in militärischen Anwendungen, sondern auch in zahlreichen Automatisierungslösungen.

Zuletzt stagnierten aber die Geschäfte und der Aktienkurs hinkt den sonst starken Technologieaktien eher hinterher. Seit dem Jahreswechsel liegen die Papiere trotz der jüngsten Erholungsbewegung noch leicht zweistellig im Minus.

Flir Systems im Portrait

Der US-Konzern Flir Systems ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich der Infrarotkameras, Nachtsichtgeräte und Wärmebildsysteme und kann auf eine über 40-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Die Produkte werden sowohl im industriellen, als auch im gewerblichen und staatlichen Bereich in mehr als 60 Ländern eingesetzt.

Die Vision des Konzerns mit seinen fast 3500 Mitarbeitern ist es, als “sechster Sinn der Welt” zu dienen, indem es Wärmebildkameras und angrenzende Technologien nutzt, um innovative, intelligente Lösungen für Sicherheit und Überwachung, Umwelt- und Zustandsüberwachung, Freizeitaktivitäten im Freien, maschinelles Sehen, Navigation und erweiterte Bedrohungserkennung anzubieten.

Beeindruckendes Umsatzwachstum

Die Geschäftsentwicklung des US-Konzerns in den zurückliegenden Jahren war auf jeden Fall beeindruckend. So kletterten die Erlöse seit 2003 von 312 Millionen Dollar auf 1,88 Milliarden Dollar in 2019 in die Höhe. Allerdings konnte Flir Systems das hohe Niveau bei den Gewinnspannen nicht halten. Im vergangenen Geschäftsjahr lag die Gewinnmarge bei 9,09 % (172 Millionen Dollar) und damit deutlich unter den historischen Höchstwerten (2009: 20% Gewinnmarge).

Umsatz stagniert im dritten Quartal

Zuletzt stagnierten die Geschäfte: Im dritten Quartal gingen bei Flir Umsätze in Höhe von 466,4 Millionen Dollar durch die Bücher, was einem minimalen Rückgang um 1% entspricht. Dabei entwickelten sich die Geschäftsbereiche stark gegenläufig. Während der Umsatz im Verteidigungsbereich um 13,1% auf 213,3 Millionen Dollar in den Keller sackte, zogen die Erlöse im Industriebereich um 9% auf 257,9 Millionen Dollar an.

Gleichzeitig erhöhte sich auf Konzernebene der operative Gewinn um 3,9% auf 105 Millionen Dollar. Am Ende stand ein Gewinn von 0,64 Dollar je Aktie in den Büchern (+10,3% zum Vorjahresquartal).

Positiv entwickelte sich zudem der Auftragsbestand, der mit 899 Millionen Dollar 11% im Jahresvergleich anstieg.

Flir bringt Künstliche Intelligenz in Verkehrskameras

Unterdessen versucht Flir sein Produktspektrum immer weiter zu erweitern und durch Innovationen zu verbessern. Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, zwei Kameras für intelligente Verkehrssysteme auf den Markt zu bringen – die FLIR-ThermiCamAI* mit Wärmebild und die im sichtbaren Bereich arbeitende FLIR-TrafiCam AI-Kamera. Beide Kameras arbeiten mit künstlicher Intelligenz (KI) zur Optimierung des Verkehrsflusses auf Straßen und an Kreuzungen. In Kombination mit der Cloud-Plattform FLIR Acyclica können Städte die Daten der KI-Kamera zur Verkehrsprognose, zur Vermeidung von Staus und potenziellen Unfällen sowie zur Schaffung sicherer Straßen für Fahrer, Radfahrer und Fußgänger rund um die Uhr nutzen.

Management nimmt Ausblick nach oben

Nachdem die Flir-Konzernführung im Sommer Corona-bedingt die Prognose ausgesetzt hatte, blickt das Management nun wieder optimistischer in die Zukunft. Bei einem erwarteten Jahresumsatz für das laufende Geschäftsjahr von 1,88 bis 1,90 Milliarden Dollar soll ein Gewinn von 2,30 bis 2,35 Dollar je Aktie hängenbleiben. Zuvor war Flir von einem Gewinn zwischen 2,10 und 2,30 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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