Flir-Systems: Spezialist für Wärmebildkameras bringt Großauftrag in trockene Tücher

Flir Systems-Aktie: Spezialist für Infrarotkameras bringt Großauftrag in trockene Tücher (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Manche Firmen sind hierzulande so gut wie unbekannt, zählen aber weltweit zu den Marktführern in ihrer Branche. Zu diesen Unternehmen dürfte auch Flir Systems, ein Spezialist für Infrarotkameras, zählen. Dabei kann sich die Kursentwicklung durchaus sehen lassen. Konnten Sie im Jahr 2000 noch Aktien für unter 50 Cent einsammeln, müssen Sie mittlerweile über 60 Dollar je Anteilsschein auf den Tisch legen.

Auf Sicht der vergangenen 12 Monaten liegen die Papiere ebenso mit knapp 50% in der Gewinnzone. Zuletzt sorgte ein gewonnener Großauftrag für Aufmerksamkeit.

Flir Systems im Portrait

Der US-Konzern Flir Systems ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich der Infrarotkameras, Nachtsichtgeräte und Wärmebildsysteme und kann auf eine 40-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Die Produkte werden sowohl im industriellen, als auch im gewerblichen und staatlichen Bereich in mehr als 60 Ländern eingesetzt.

Die Vision des Konzerns mit seinen fast 3500 Mitarbeitern ist es, als “sechster Sinn der Welt” zu dienen, indem es Wärmebildkameras und angrenzende Technologien nutzt, um innovative, intelligente Lösungen für Sicherheit und Überwachung, Umwelt- und Zustandsüberwachung, Freizeitaktivitäten im Freien, maschinelles Sehen, Navigation und erweiterte Bedrohungserkennung anzubieten.

Beeindruckendes Umsatzwachstum

Die Geschäftsentwicklung des US-Konzerns in den zurückliegenden Jahren war auf jeden Fall beeindruckend. So kletterten die Erlöse seit 2003 von 312 Millionen Dollar auf zuletzt 1,8 Milliarden Dollar in die Höhe. Allerdings konnte Flir Systems das hohe Niveau bei den Gewinnspannen nicht halten. Im vergangenen Geschäftsjahr lag die Gewinnmarge bei 5,96% (107 Millionen Dollar) und damit deutlich unter den historischen Höchstwerten (2009: 20% Gewinnmarge bzw. 230 Millionen Dollar).

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Übernahmen Teil der Firmenstrategie

Dabei stammt ein Großteil des Wachstums auch aus Firmenkäufen. Sie müssen wissen: Alleine durch die Übernahme von Agema (Schweden) im Jahr 1998 und von Inframetrics (Boston, MA) Mitte 1999 hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt. In 2003 erwarb FLIR mit Indigo Systems für 190 Millionen Dollar einen der führenden Entwickler und Hersteller diverser Infrarotdetektorprodukte.

Weitere Deals folgten: Extech Instruments Corp. in 2007, Ifara Technologicas in 2008, Extech Data Systems in 2009, Directed Perception, Raymarine (2010), Lorex Technology (2012), DVTEL (2015) und Flir Point Grey Research in 2016 für immerhin 259 Millionen Dollar. Darüber hinaus schluckte Flir Prox Dynamics für 134 Millionen Dollar, den Hersteller der Black Hornet, einer Nanodrohne, die von Militär und Strafverfolgungsbehörden zur Überwachung und Aufklärung eingesetzt wird.

Großauftrat vom der US-Luftfahrtbehörde

Zuletzt erhielt Flir Systems einen Großauftrag von der US-Luftfahrtbehörde über 94,3 Millionen Dollar. Bei dem Deal geht es um die Unterstützung im Bereich mobiler Überwachungskapazitäten für die Innere Sicherheit. Der Vertrag hat eine anfängliche Laufzeit von zwei Jahren mit acht einzelnen Optionsjahren.

Analysten zeigen sich zurückhaltend

Nach den kräftigen Kurszuwächsen in den vergangenen Monaten zeigen sich die Analysten zunehmend zurückhaltend. Von 10 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 7 zum Kauf der Papiere. Die restlichen Banker stufen den Titel lediglich als Halteposition ein. Im Schnitt prognostizieren die Analyten ein Gewinnwachstum von 18% in diesem Jahr und 9% im kommenden Geschäftsjahr. Momentan handelt die Aktie mit dem 25-fachen der erwarteten 2019er Gewinne. Das durchschnittliche Kursziel der Banker liegt mit 63,63 Dollar nur knapp 5% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.