Flugzeugbau: Boeing, Airbus und Lockeed Martin

Boeing hat in den ersten 9 Monaten seine Wachstumsstrategie konsequent umgesetzt und den Umsatz um 5,5% auf 66,3 Mrd $ gesteigert.

Die hohe Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen hat die Wachstumsdynamik ordentlich angetrieben. Durch weniger Sonderbelastungen stieg der Gewinn um satte 22,9% auf rund 4 Mrd $. Allerdings ist der Gewinnsprung nicht nur auf die Sondereffekte zurückzuführen, denn auch operativ lief es für Boeing mehr als gut.

Die Margen haben kontinuierlich zugelegt, der betriebliche Cashflow hat sich deutlich erhöht, und Nachbesserungen für den Vorzeigeflieger Dreamliner stehen kaum noch an. Für die Zukunft sieht es gut aus.

Das Auftragsbuch ist prall gefüllt, und selbst der Ölpreisverfall konnte den Erfolgskurs nicht bremsen. Der Flugzeugmarkt ist an den Ölpreis gekoppelt, denn je niedriger der Öl- und Kerosinpreis ist, desto weniger lohnen sich teure Investitionen in sparsame Flugzeuge.

Allerdings überzeugt der Dreamliner mit Leistung, Qualität und Effizienz. Die jüngsten Großaufträge kommen aus Japan, China und Großbritannien. Dabei handelt es sich jeweils um Milliardenaufträge, die die mittelfristige Umsatzentwicklung sicherstellen.

Allein die chinesische Regierung hat 60 Dreamliner bestellt. Japan möchte sogar 80 Premiumflieger kaufen. Die Briten sind etwas sparsamer und haben nur 30 Flieger des kleineren Typs B737 bestellt.

Wie viel Geld die Aufträge letztendlich in die Kassen spülen werden, ist unklar, denn Boeing gewährt teils Rabatte im zweistelligen Prozentbereich.

Unternehmensporträt

Boeing ist neben Airbus der weltweit größte Hersteller kommerzieller Flugzeuge. Daneben ist das Unternehmen in den Bereichen Raumfahrt und Verteidigung (Herstellung von Raketen- und Satellitensystemen, Militärflugzeugen und helikoptern) tätig. Serviceleistungen für die zivile Luftfahrt runden das Angebot ab. Hauptabsatzmärkte sind die USA, Asien und Europa.

Bei Airbus hat sich der Konzernumbau in den ersten 9 Monaten bereits ausgezahlt

Der Umsatz stieg um 4% auf 40,5 Mrd €. Durch radikale Sparmaßnahmen und den Umstrukturierungen stieg der Gewinn überproportional um 17,9% auf 1,4 Mrd €. Dabei sind die guten Ergebnisse auf das Zivilflugzeuggeschäft zurückzuführen. Künftig soll der operative Schwerpunkt noch stärker auf diesen Geschäftsbereich verlagert werden.

Dagegen sollen große Teile des Sicherheits- und Elektronikgeschäfts veräußert werden. Gleichzeitig löst sich Airbus von seinen Beteiligungen an Atlas Elektronik und der Firma ESG.

Auch das Geschäft mit digitalem Behördenfunk und der kommerziellen Satelliten-Kommunikation soll verkauft werden. Weitere Anpassungen sind im Militärgeschäft geplant. Das europäische Rüstungsgeschäft ist rückläufig.

Airbus passt sich den schrumpfenden Märkten an und löst sich von einem Teil seines Rüstungsgeschäfts. Insgesamt sollen die Verkäufe rund 2 Mrd € in die Kassen spülen. Das Geld soll genutzt werden, um die Zivilfliegersparte zu verstärken.

Jüngst wurde der Premium-Langstreckenflieger A350 erstmals ausgeliefert

Für Airbus ist die Marktreife ein bedeutender Schritt, denn zuvor gab es immer wieder Schwierigkeiten bei der Produktion. Quatar Airways hat insgesamt 80 Flugzeuge dieses Typs bestellt.

Weitere Milliardenaufträge winken aus der Türkei und China. Auch bei dem Großraumflugzeug A380 scheint Airbus Fortschritte zu machen. Der Verlustflieger soll bald die Gewinnschwelle erreichen.

Unternehmensporträt

Airbus Group (ehemals EADS) ist neben Boeing der weltweit bedeutendste Hersteller von Zivilflugzeugen und gehört zu den führenden Raumfahrt- und Rüstungskonzernen.

Die Airbus Group entwickelt und produziert Airbus-Flugzeuge, Ariane-Raketen und Satelliten, Eurofighter-Kampfflugzeuge, Eurocopter-Hubschrauber und Euromissile-Lenkwaffen.

Lockheed Martin: Kostensenkung du effiziente Produktions

Lockheed konnte uns ganz ohne Wachstum überzeugen, der Umsatz ging in den ersten 9 Monaten sogar um 2,2% zurück. Die effiziente Produktionsweise senkt die Kosten und steigert die Profitabilität.

Mit weniger Umsatz konnte ein Gewinnplus von 11,3% erzielt werden, und die Aussichten sind noch vielversprechender, denn der Bedarf nach Kriegsmaschinerie steigt stetig an.

Dabei sind die wichtigsten Vertragspartner die amerikanische Regierung und die US-Armee. Während die gesamte Wirtschaft unter den Kriegen, Unruheherden und Handelsembargos leidet, kassiert Lockheed kräftig ab.

Rund 80% des Umsatzes ist auf öffentliche Gelder zurückzuführen

Das sorgt für eine stabile Entwicklung. In den USA besetzt Lockheed eine Monopolstellung und liefert neben Kampfjets und Drohnen, auch Raketen- und Flugabwehrsysteme. Neben der neuen Drohnentechnologie stellt die Kernfusion das zweite wichtige Forschungsfeld des Rüstungskonzerns dar.

Nach 60 Jahren harter Entwicklungsarbeit ist endlich der Durchbruch gelungen. Neben neuen Wasserstoffbomben, die auf einer verwandten Technik beruhen, zählen künftig auch Reaktoren zum Produktportfolio.

Dabei möchte Lockheed aber nicht auf dem klassischen Energiemarkt tätig werden, sondern viel mehr die Stromversorgung seiner Flugzeuge, Drohnen und Schiffe mit einem eigenen kompakten Fusionsreaktor anbieten.

Es wird ein Komplettangebot geschaffen, das in dieser Form einzigartig ist. Für uns ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Unternehmensporträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S).

Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von 82% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns. Ein zweites Standbein wurde im Energiegeschäft aufgebaut.

4. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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