Fonds-Kauf: So sparen Sie Geld (Teil 2)

Tablet Fonds – one photo – shutterstock_472323199

Heute erfahren Sie, wie Sie sich den Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fondsanteilen sparen oder ihn zumindest reduzieren können. (Foto: One Photo / Shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier im Schlussgong aufgezeigt, welche Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb und dem Besitz von Fondsanteilen einhergehen. Heute zeige ich Ihnen 2 Möglichkeiten, wie Sie den wohl größten Kostenblock, den Ausgabeaufschlag, sparen können.

Möglichkeit 1: Sie kaufen Ihre Fondsanteile über die Börse

Sie können den Ausgabeaufschlag bei vielen Fonds vermeiden, indem Sie (bzw. Ihre Depot-Bank) die Fondsanteile nicht über die Investmentgesellschaft (KAG), sondern über die Börse erwerben.

Sie müssen Ihrer Depot-Bank nur mitteilen, dass Sie den Fonds über die Börse kaufen möchten, oder, wenn Sie einen Online-Broker nutzen, den oft voreingestellten Handelsplatz KAG (= Fondsgesellschaft) durch den gewünschten Börsenplatz (z. B. Hamburg, Frankfurt, Stuttgart etc.) ersetzen.

Im Ergebnis entfällt der Ausgabeaufschlag und Sie zahlen nur den sogenannten Spread, also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (entsteht beim Kauf über die Börse und liegt oft bei unter 1%). Der Fondskauf ist dann genau so einfach und günstig wie der Aktienkauf.

Ein wichtiger Hinweis noch an dieser Stelle: Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen bedeutet nicht, bei der Börse in Stuttgart oder in Frankfurt anzurufen und dort Fondsanteile zu kaufen, sondern die Fondsanteile über einen Online-Broker oder über Ihre Hausbank an der Börse und nicht über eine Kapitalanlagegesellschaft zu erwerben.

Es soll vorkommen, dass die Berater der Hausbanken diese Möglichkeit ausschließen, da ihnen dabei der Ausgabeaufschlag entgeht. In einem solchen Fall sollten Sie dennoch darauf bestehen, die Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen und Ihren Bankberater fragen, ob er Ihnen die Information, dass ein Kauf über die Börse nicht möglich ist, auch schriftlich gibt.

Möglichkeit 2: Kauf über einen Fondsdiscounter

Sogenannte Fondsdiscounter bieten Ihnen offene Investmentfonds mit einem reduzierten oder komplett gestrichenen Ausgabeaufschlag an.

Sie treten hier zu klassischen Vertriebskanälen von offenen Investmentfonds (meist Filialbanken) über einen günstigeren Preis in Konkurrenz. Fondsdiscounter finanzieren sich, neben dem zum Teil verbleibenden Ausgabeaufschlag, über einen Anteil an den laufenden Verwaltungskosten des Fonds (also eine Bestandsprovision).

Die Bestandsprovision, die auch beim Erwerb von Fondsanteilen mit Ausgabeaufschlag regelmäßig dem Fondsvermögen entnommen wird, wird von der Fondsgesellschaft an den Vermittler (in diesem Fall ist das der Fondsdiscounter) während der gesamten Investitionsphase ausgezahlt und stellt somit eine Vergütung der laufenden Betreuung des Kunden dar.

Diese Möglichkeit macht aus meiner Sicht speziell dann Sinn, wenn Sie regelmäßig in viele verschiedene Fonds investieren und auch bereit sind, ein extra Fonds-Depot bei einem Fondsdiscounter zu führen.

Neben den beiden gerade vorgestellten Möglichkeiten, den Ausgabeaufschlag ganz oder zumindest größtenteils zu vermeiden, gibt es eine Möglichkeit, den anderen großen Kostenblock im Zusammenhang mit Investmentfonds einzusparen. Diesen Spar-Trick lernen Sie morgen hier im Schlussgong kennen.

Tablet Fonds – one photo – shutterstock_472323199

Aktive und passive Fonds: 2 Praxis-BeispieleHeute stelle ich Ihnen einen Gesundheits-ETF und einen aktiv gemanagten Fonds vor, der vor allem auf Vermögenserhalt spezialisiert ist.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz