Fonds oder ETFs? Das sollten Sie als Anleger wissen

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Die überwiegende Mehrheit der Fondsmanager bleibt hinter dem Vergleichsindex zurück. ETFs sind daher oft die bessere Wahl. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Vergangene Woche habe ich Ihnen erläutert, wie ein Fondssparplan funktioniert. Schon mit geringen monatlichen Sparbeträgen können Sie damit auf lange Sicht ein ordentliches Sümmchen ansparen. Zunächst steht jedoch die Überlegung an, welcher Fonds bespart werden soll.

Heute geht es erst einmal um die Frage: Was ist für Sie als Anleger die bessere Wahl? Aktiv gemanagte Fonds oder doch besser ETFs?

Fonds sind allem für die Banken ein gutes Geschäft

Die Grundidee eines Investmentfonds ist, dass jeder die Möglichkeit haben soll, sich auch mit kleineren Geldbeträgen am Aktienmarkt zu beteiligen. Im Rahmen eines Sparplans können Sie auch Bruchteile eines Fonds erwerben. Bei vielen Banken können Sie schon ab 25 Euro monatlich einen Sparplan anlegen.

Zumindest für Anleger, die keine Zeit (oder keine Lust) haben, sich etwas intensiver mit der Börse auseinanderzusetzen, sind Fonds an sich eine wunderbare Sache. Klar ist aber auch: Ein gutes Geschäft sind sie vor allem für die Banken und Fondsgesellschaften, die inzwischen Tausende von verschiedenen Produkten auf den Markt geworfen haben.

Die meisten Fonds verfehlen ihre Benchmark

Ein Fondsmanager hat einen Vergleichsindex (Benchmark), an dem er sich orientiert. Seine Aufgabe ist es, die Performance des Index zu übertreffen. Wenn Sie sich einmal die Fondsstatistiken anschauen, werden Sie sehen, dass die überwiegende Mehrheit der Fondsmanager dies nicht schafft. Auf der Internetseite des Index-Anbieters S&P können Sie sogar genaue Statistiken für unterschiedliche Regionen abrufen, welcher Anteil der Fonds über Zeiträume von einem, drei und fünf Jahren die Benchmark verfehlt hat.

Die Bilanz ist desaströs: Bei Fonds mit Fokus auf die USA lagen im vergangenen Jahr 64% aller Fonds hinter dem Vergleichsindex. Über drei und fünf Jahre sind es sogar 79 bzw. 82%. Bei Europa-Fonds liegen die Quoten bei jeweils 86% über ein und drei Jahre sowie bei 80% über fünf Jahre.

Woran liegt das? Natürlich vor allem an den hohen Gebühren und Kosten, die erst einmal reingeholt werden müssen. Das ist für die meisten Fonds, vor allem wenn sie sich stark an einem Index orientieren (müssen), kaum zu schaffen.

ETFs sind oft die bessere Wahl

Es gibt zweifellos auch hervorragende Fondsmanager, beispielsweise von Nebenwertefonds, die durch eine gute Einzeltitelauswahl ihren Vergleichsindex deutlich schlagen. Die wenigen wirklich guten Fonds zu finden, die auch über einen längeren Zeitraum überzeugen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen.

Deshalb sind börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) für viele Anleger oft die bessere Wahl. Wie aktiv gemanagte Fonds gelten Sie als Sondervermögen, sind also im Falle einer Bankenpleite geschützt. ETFs bilden einen Index exakt nach und sind deshalb wesentlich kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Mit einem ETF, die einen Index genau nachbilden, haben Sie als Anleger die Gewissheit, dass Sie ungefähr die Performance des Index bekommen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Wenn Sie bedenken, dass die Mehrheit der hoch bezahlten Fondsmanager hinter dem Vergleichsindex zurückbleibt, nicht unbedingt die schlechteste Wahl…

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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