Fondsdepot: Banken lassen neue Vereinbarung unterschreiben

Die neuen Rahmenvereinbarungen für Wertpapiergeschäfte im Fondsdepot dienen den Banken. Potenzielle Fallen für Anleger finden sich überall.

Fonds und Banken sichern sich ab und verdienen

Neulich im Briefkasten: Es geht um die Rahmenvereinbarungen für Wertpapiergeschäfte im Fondsdepot. Die werden neu gefasst, und die Anleger sollen sie unterschreiben.

Was scheinbar Anleger-Interessen dient, dient stattdessen der Bank – sagt Dr. Erhard Liemen vom „Der Deutsche Wirtschaftsbrief“. Findige Bank-Juristen haben Fallstricke für Anleger in die Vereinbarungen eingebaut.

Vertriebsprovisionen, Erfolgsvergütungen – Banken kassieren im Fondsdepot ab

Wie teuer es werden kann, zeigen die neuen „Vertriebsvereinbarungen“, die sich Fonds unterschreiben lassen. Darin wird erstmals erläutert, dass Vertriebsprovisionen bis zu 6 % des zu investierenden Betrages ausmachen. Dazu kommen noch Vertriebsfolgeprovisionen, die bis zu 1,55 % pro Jahr betragen können.

Damit nicht genug: Vor allem viele in Luxemburg residierende Fonds wollen noch höhere Erfolgsvergütungen kassieren. Sie setzen darauf, Anleger in diesem Jahr mit hohen Beträgen ins Boot zu holen. Dann sitzen Sie jahrelang fest. Als Anleger könnten Sie jederzeit verkaufen.

Bei einer Wiederanlage droht Ihnen aber die Abgeltungssteuer. Die Fonds setzen deshalb darauf, dass Anleger lange durchhalten und schöpfen Gewinnen ab.

BGH-Rechtsprechung ausgehebelt

In einigen Fällen wird die anlegerfreundliche Rechtsprechung des BGH durch neue Verträge ausgehebelt. Selbst für die Vergangenheit wird der Verzicht auf die Herausgabe von versteckten Provisionen verlangt. Die Beratungspflicht wird auf die Abgabe der Empfehlung begrenzt. Eine Folgeberatung findet nicht statt.

Eine fortlaufende Kontrolle erfolgt nur dann, wenn das mit dem Kunden ausdrücklich vereinbart wurde. Die Angemessenheit und Eignung der Anlage sollen Sie als Anleger selbst beurteilen.

Tipp: Fondsanteile tauschen

So halst man den Anlegern nicht nur Überwachungspflichten auf – auch Schadenersatzansprüche verjähren früher. Erteilen Sie einer Bank einen solchen Freibrief, sollten Sie wissen, welche Folgen das für Sie haben kann.

Ihre besondere Aufmerksamkeit sollte auf leistungsabhängige Vergütungen bei Fonds gerichtet sein, rät Dr. Erhard Liemen vom „Der Deutsche Wirtschaftsbrief“.

Die Einführung neuer kreativer „Performance-Fees“ geht garantiert zu Ihren Lasten. Der Ausweg für Sie: Tauschen Sie die Wertpapiere in Ihrem Fondsdepot in Anteile ohne solche Gebühren. Dazu haben Sie bis zum Jahresende Zeit.

14. Februar 2008

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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