Fondsmanager prophezeit: Eurozone geht unter

Jetzt lehnt sich ein Fondsmanager ganz weit aus dem Fenster.

Achtung: Edouard Carmignac, Namensgeber für unsere Empfehlungs-Fonds, ist der Täter.

Denn: er geht jetzt von einem Ende der Eurozone aus. Seine Begründung ist einleuchtend: Unter anderem meint er, Frankreich sei auf dem falschen Weg – in sbesondere nach den jüngsten Wahlen, die den Sozialisten Hollande an die Macht gespült hatten. Ein weiterer Grund:

Dre Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat in seiner Amtszeit nichts gegen die Euro-Krise unternommen, so wettert Carmignac gegen den prominenten Franzosen. Die Carmignac-Prognose insgesamt ist alarmierend: Er geht von einer „Kernzone in Europa“ aus, die den Euro als Währung nutzt.

Handelsvereinbarungen als letzter Rest

Das sonstige Europa sei ausschließlich über Handelsverträge und Währungsvereinbarungen an die Eurozone angeschlossen. Das aber heißt auch:

Euroland ist bei weitem nicht so attraktiv und leistungsstark geworden, wie die Politik dies vor Jahren versprochen hatte. Und: Der Weg bis zu diesem Kerneuropa würde sehr teuer werden. Wir meinen:

  • Sollte es zu diesem plausiblen Szenario kommen, wird der Euro nicht einfach durch eine Vereinbarung auf wenige Staaten reduziert. Dann wird die Minderheit der stabilen Volkswirtschaften – also auch Deutschland – sich frei kaufen müssen.
  • Erste Anzeichen dafür gibt es bereits, wenn Sie die Diskussionen und Angebote für Griechenland verfolgen. Weiterhin wollen diverse Politiker, dass Griechenland aus der Euro-Vereinbarung ausscheidet, bieten aber diverse Hilfenan.
  • Das Ganze wäre auch nicht ohne diverse politische Proteste zu bekommen. Denn: Wenn einzelne Länder aus der Eurozone ausgeschlossen werden, bedeutet dies einen erheblichen Verlust an Handelschancen und damit Arbeitsplätzen.

Für die Länder, die in diesem Kerneuropa dabei sein wollen, geht es nach Carmignac jetzt darum, wettbewerbsfähiger zu werden. Übersetzt gesagt: die Löhne werden sinken müssen, die Arbeitszeiten – pro Monat oder Jahr  sowie über das gesamte Arbeitsleben – werden sich ausweiten.

Infrastruktur leidet

Wettbewerbsfähigkeit heißt letztlich auch, dass die steuerliche Belastung von Unternehmen sinken muss. Damit wird der Staat deutlich weniger Steuern einnehmen können als bislang und insbesondere auf kommunaler Ebene weniger für die Infrastruktur zur Verfügung haben.

Richten Sie sich zudem darauf ein, dass wie in anderen westlichen Volkswirtschaften erhebliche Teile der heute staatlichen Aufgaben privatisiert werden wird. Dies betrifft den Straßenbau sowie Betrieb der Straßen, die Bahn-Technologie bis hin zu Flughäfen-Betriebsgesellschaften.

GeVestor meint

Trotzdem wäre der vorgeschlagene Weg richtig. Da die Politik jedoch dazu neigt, kurzfristig Wohltaten finanzieren zu wollen, rechnen Sie mit einer weiteren Anleihenflut. Die Folge:

Faktisch werden die Zinsen sogar vergleichsweise schnell steigen. Für Sie bedeutet dies: investieren Sie in Immobilien möglichst schnell, falls Sie selbst Immobilien kaufen wollen. Investieren Sie in Aktien – Unternehmensbeteiligungen – sowie Fonds wie die von Edouard Carmignac.

Seine Prognose zur Eurozone klingt düster, ist aber aus unserer Sicht realistisch.

10. Mai 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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