Fondsvolumen: Informationen wichtig für Rendite und Sicherheit

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Zu kleine Fonds werden zur Zeitbombe. Ohne das richtige Fondsvolumen werden gute Ideen zu Zockerfallen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Viele 1.000 Fonds stehen Ihnen in Deutschland – je nach Quelle der Auswahl – zur Verfügung.

Daher können Sie sich einen besonderen Luxus leisten: investieren Sie nur in Fonds mit einem Mindest-Fondsvolumen. Sie werden für die meisten Anlageideen genügend Auswahl finden.

Das Fondsvolumen ist entscheidend für a) die Stabilität und b) damit langfristig auch die Rendite Ihrer Fondsinvestition.

Fondsvolumen: einfach gefunden

Fonds sind Vermögensansammlungen, die Ihnen und den anderen Fondsinvestoren gehören. Daher ist das Fondsvolumen immer transparent: Sie können faktisch in die jeweils tagesaktuelle “Bilanz” Ihres Vermögens sehen. Die Fondsgesellschaft zählt einfach nur die vorhandenen Mittel.

Dies ist das vorhandene Bargeld, liquide Mittel, sowie die Marktwerte der Geldanlagen. Wenn Sie etwa eine Aktienfonds kaufen, berechnet sich der Marktwert einfach durch die Formel Aktienkurs(e) * Aktienanzahl.

Diese Daten hat das Fondsmanagement täglich vor Augen. Sie haben bei der Suche nach dem Fondsvolumen die Wahl: rufen Sie direkt bei der Fondsgesellschaft an oder informieren Sie sich einfach im Internet.

Geben Sie auf einer Plattform wie www.onvista.de einfach die Wertpapierkennnummer, WKN, ein und Sie werden unter den Datenangaben das Fondsvolumen finden.

Beachten Sie bitte: das Fondsvolumen ändert sich tagesaktuell. Daher sind Angaben von Ihrer Bank oder in einem Fondsprospekt allenfalls eine grobe Annäherung.

Bevor Sie einen Fonds kaufen, informieren Sie sich daher über das tatsächliche Fondsvolumen. Nur so haben Sie Ihre Rendite unter Kontrolle.

Fondsvolumen: wichtig für die Sicherheit und die Rendite

Das Fondsvolumen entscheidet letztlich darüber, wie sicher und renditestark Ihr Fonds ist. Denn Investoren dürfen ihre Fondsanteile – außer bei geschlossenen Fonds wie vielen Schifffonds oder Immobilienfonds – der Gesellschaft zurückgeben.

Die Fondsverwaltung muss die Anteile beim Rückkauf dann aus den liquiden Mitteln finanzieren. Bei einem geringen Fondsvolumen sind Fonds oft voll oder annähernd voll investiert, um überhaupt einige Chancen mitzunehmen.

Muss eine Fondsverwaltung dann aus den Beständen verkaufen, um einen Rückkauf zu finanzieren, akzeptiert sie automatisch die tagesaktuellen Marktpreise und ist kaufmännisch daher nicht mehr frei in den idealen Entscheidungen.

Verkauft etwa ein Aktienfonds zu viele Aktien zu niedrigen Kursen, reduziert sich automatisch Ihre Rendite.

Ist ein Fonds viel zu klein, können sogar wenige Investoren das Management schnell unter Druck setzen, indem sie ihre Anteile zurückgeben oder drohen, dieselben zurückzugeben.

Sobald aber ein Management von einem oder wenigen Investor(en) abhängt, können Sie sich auf die Qualität der Auswahl nicht mehr verlassen.

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Daher ist ein zu geringes Fondsvolumen die Gefahrenquelle für Fonds schlechthin. Mindestideal sind Fonds ab Mindestvolumina von etwa 5 Millionen Euro.

Bei Aktienfonds sind Volumina von 50 Millionen Euro und mehr die richtige Zielgröße, um auch “Großvermögen” in den Fonds zu holen. Dieses bleibt sonst in aller Regel fern.

Renditenachteil bei zu hohen Fondsvolumen möglich

Bei Rentenfonds gelten aus unserer Sicht dieselben Zahlen: unter 5 Millionen Euro werden Investments gefährlich.

Spezialfonds wie Immobilienfonds (offene), Genussscheinfonds, Wandelanleihenfonds oder Themenfonds werden oft Mühe haben, 50 Millionen Euro einzusammeln. Achten Sie jedoch auf die Mindestvolumina von 5 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite sind Fonds mit zu hohen Volumina ebenfalls eine kleinere Gefahr für Sie. Hier geht es nicht um Sicherheit, sondern um die Rendite. Das Fondsmanagement muss das Kapital vollständig unterbringen können, um die Rendite aller Fonds-Anteilseigner zu maximieren.

Daher streuen große Aktienfonds das Volumen oft über zu viele Aktien. Dort finden sich auch Titel, die zu wenig bringen. Dasselbe Phänomen erleben auch Anleihe- oder Rentenfonds mit sehr hohen Volumina.

Eine Idealgröße gibt es nicht, da es vor allem auf die Marktphase und auf den jeweiligen Markt ankommt. Spezialfonds etwa müssen kleiner als Standard-Aktienfonds für den Weltmarkt sein.

Für Sie jedoch noch einmal Richtgrößen, die sich meist bewähren:

  • Investieren Sie nicht in Fonds mit einem Marktvolumen von deutlich weniger als 5 Millionen Euro.
  • Sofern Sie keine Spezialfonds auf einzelne Anlagearten oder -themen kaufen, sind Fonds mit Volumina von mehr als 50 Millionen Euro stark genug, um auch kritische Phasen zu überstehen.
  • Je kleiner der Markt für einen Fonds ist, desto geringer sollte das Fondsvolumen oberhalb der Mindestgrenzen sein – ansonsten verlieren Sie Rendite durch eine zu allgemeine Auswahl der Fondsverwaltung. Bei kleineren Fonds auf Nebenwerte etwa reichen Volumina von 20 Millionen Euro.

GeVestor meint: Zwar gibt es keine allgemeingültige Regel, wichtig aber ist vor allem das Mindestvolumen. Hier geht es um Ihre Sicherheit. Prüfen Sie vor einer Investition das  Fondsvolumen im Internet.

Wenn möglich, informieren Sie sich zusätzlich über Großinvestoren im Fonds. Ihre Bank kann diese Daten parat haben – je größer die Anteile einzelner Investoren sind, desto abhängiger wird der Fonds.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.