Fortgeschrittene Gespräche: Reckitt Benckiser will Mead Johnson übernehmen

Kommt es nun doch noch zu einer Übernahme des Babynahrungsmittel-Herstellers Mead Johnson Nutrition?

Konsumgüter-Riese Reckitt Benckiser hat jedenfalls Interesse an dem Dauer-Übernahme-Kandidaten bestätigt.

Und Reckitt Benckiser hat auch bereits seine Preisvorstellungen durchblicken lassen? 90 Dollar je Aktie oder 16,7 Mrd. Dollar bietet der Konzern.

Die Übernahme-Verhandlungen laufen und der Markt erwartet offenbar einen erfolgreichen Deal-Abschluss – womöglich sogar zu einem noch höheren Preis.

Denn die Aktie des Übernahme-Kandidaten haussiert.

Aktie des Übernahme-Kandidaten schießt senkrecht hoch

Kurz nach Bestätigung der Übernahme-Gerüchte am späten Mittwoch Abend, schoss die Mead Johnson-Aktie um mehr als 20% nach oben.

Am Donnerstag konnte die Aktie die Gewinne fast vollständig verteidigen und schloss nicht einmal 7% unter dem Angebotspreis.

Wenn Sie bedenken, dass der Abschluss einer 16 Mrd. Dollar schweren Transaktion seine Zeit braucht und ein Deal-Abschluss keineswegs sicher ist, dann zeigt die Kursreaktion:

Einige Investoren schauen vielleicht sogar eher auf die 100 Dollar als „nur“ auf 90 Dollar.

Die 90 Dollar könnten das erste Zuspiel gewesen sein, ob sich das Mead-Johnson-Management einen Deal vorstellen könnte.

Der Übernahme-Kandidat nahm den Ball auf und jetzt geht es um das Eingemachte. Die Chancen auf Einigung stehen durchaus gut.

Der Preis in der Nähe des Übernahme-Angebots von 90 Dollar könnte auch bedeuten, dass einige Investoren auf einen Bieterkampf spekulieren.

Gerüchten zufolge könnte Nestle noch eingreifen – doch das dürfte mit Blick auf die starke Marktstellung der Schweizer ein wenig wahrscheinliches Szenario sein.

Verschwindet der Dauer-Übernahme-Kandidat diesmal?

Mead Johnson ist Übernahme-Spekulanten auf dem US-Markt nicht unbekannt:

Bereits Ende 2015 machten Gerüchte die Runde, dass Danone oder Nestle ein Auge auf das Unternehmen geworfen haben könnte.

Mead Johnson hat mit seiner Säuglingsnahrungs-Marke „Enfamil“ eine sehr starke Stellung auf dem chinesischen Markt erarbeitet.

Das Reich der Mitte hat sich im Herbst 2015 von der Ein-Kind-Politik verabschiedet und dementsprechend groß wurde das Interesse der beiden Branchen-Größen gewertet.

Ein Deal kam jedoch nicht zustande.

Investoren wurden zuletzt mehrfach enttäuscht

Nachdem die Gerüchte abklangen, auch weil Danone an anderer Stelle zugegriffen hatte, konzentrierte sich der Markt wieder auf die fundamentalen Voraussetzungen.

Die Erwartungen an Mead Johnson waren groß:

Neue Produkte und der Wechsel chinesischer Kunden zu ausländischen Marken-Anbietern nach einem Babypulver-Skandal bei einem einheimischen Produzenten sollten Mead Johnson die Kasse füllen.

Doch das Unternehmen wurde den Erwartungen nicht gerecht – trotz steigender Börsen legte die Aktie den Rückwärtsgang ein.

Gute Gründe, warum Reckitt Benckiser zugreifen sollte

Vielleicht war es auch der Kursrückgang und die schwache Geschäfts-Entwicklung, die Reckitt Benckiser jetzt auf Mead Johnson aufmerksam machte.

Bei den früheren Gerüchten kostete der Übernahme-Kandidat an der Börse 90 Dollar je Aktie – also das was jetzt als Angebot im Raum steht.

Mit Blick auf das Wachstums-Potenzial in China ist es ein gutes Timing um aktiv zu werden.

Hinzu kommt, dass Reckitt Benckiser im Kerngeschäft an Schwung verliert und mit Mead Johnson direkt 4 Mrd. Dollar Umsatz pro Jahr erkauft werden könnten.

Reckitt Benckiser ist Experte, wenn es um Firmen-Übernahmen geht und hat in den vergangenen Jahren etliche wertsteigernde Deals getätigt.

Gut möglich also, dass mit Mead Johnson der Übernahme-Reigen weiter geht…

3. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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