Fox Corp: Medien-Riese geht in die Offensive und greift mit Übernahme auf dem Streaming-Markt an

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Fox: Mediengigant schluckt Tubi für 440 Millionen Dollar und positioniert sich in aussichtsreichem Streaming-Markt. Wettbewerb legt an Intensität zu. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Für viele Branchenexperten kam die Ankündigung vollkommen unerwartet. Nachdem der Fox-Eigentümer Rupert Murdoch weite Teile der Filmsparte an Disney und Comcast abgegeben hatte, greift er nun bei dem werbefinanzierten Streaminganbieter Tubi zu. Der Deal scheint den Wunsch von Medienunternehmen zu unterstreichen, mit einem alternativen Produkt zu Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Hulu in den aussichtsreichen Markt einzusteigen.

440 Millionen Dollar für Streaming-Dienst

Für den Streaming-Dienst Tubi legt die Fox Coporation 440 Millionen Dollar in bar auf den Tisch. Zusätzlich können innerhalb der nächsten drei Jahre weiter Kaufpreisbestandteile wie nicht übertragbare Optionen in Höhe von 50 Millionen Dollar hinzukommen.

Tubi ist ein werbefinanzierter Streamingdienst, der vor allem in den USA aktiv ist. Das in San Francisco ansässige Unternehmen Tubi, das derzeit auf mehr als 25 digitalen Plattformen in den USA verfügbar ist, bietet mehr als 20.000 Titel und 56.000 Stunden Film- und Serienprogramme von etwa 250 Content-Partnern. Dazu gehören auch die großen Hollywoodstudios. Laut Tubi nutzen derzeit 25 Millionen Kunden den Service.

Tubi ist derzeit nicht in der EU vertreten. Es ist noch nicht bekannt, ob sich das durch die Fox-Übernahme ändert und der Dienst dann auch etwa in Deutschland angeboten wird.

Digitale Reichweite soll gesteigert werden

Die Fox Corporation gehört überwiegend dem Murdoch-Medienimperium und hat sich vor einem Jahr gegründet, nachdem Disney einen Teil von 21st Century Fox übernommen hat. Fox will nach eigenen Angaben mit der Übernahme von Tubi die langfristigen strategischen Initiativen des Unternehmens zur Erweiterung und Verbesserung der digitalen Reichweite unterstreichen. Zudem will Fox damit intensiver im Endkundengeschäft aktiv sein. Sie müssen wissen: Bislang hat Fox keinen Streamingdienst im Angebot.

Roku-Verkauf soll zur Finanzierung verwendet werden

Fast gleichzeitig hat der Mediengigant den Verkauf seines 5-prozentigen Anteils an der Streaming-Dienstleister Roku bekanntgegeben. Fox war bereits seit 2013 bei Roku und damit vor dem Börsengang bei dem Unternehmen investiert. Insgesamt trennte sich Fox von 6 Millionen Aktien zu einem Preis von 58 Dollar. Damit werden 348 Millionen Dollar in die Kassen gespült, die wiederum zum Kauf von Tubi verwendet werden sollen.

Fox sagte, dass es beim Verkauf des Anteils “im Wesentlichen darum ging, eine passiv gehaltene Minderheitsbeteiligung gegen das volle Eigentum und die Kontrolle über eine Führungsposition im kostenlosen werbefinanzierten Streaming-Markt auszutauschen”.

Konkurrenz im Streaming-Markt verschärft sich

Mit der Übernahme von Tubi gewinnt der Konkurrenzkampf unter den Streaming-Plattformen weiter an Schärfe. Comcast hat letzten Monat den Streaming-Dienst Xumo gekauft, und Viacom hat letztes Jahr Pluto TV geschluckt.

Zudem ist der Dienst von Disney (Disney+) auf dem Vormarsch. In wenigen Tagen geht Disney+ auch in Deutschland an den Start. Der Streaming-Dienst versucht mit einem niedrigen Preis, Rabatten für Frühbucher, der Aussicht auf viele Filme und Serien sowie weiteren Extras zahlreiche Kunden anzulocken. Bis 2021 soll der Service in den meisten wichtigen Regionen der Welt verfügbar sein. Der Konzern rechnet mit 60 bis 90 Millionen Kunden bis 2024.

Momentan rechnen sich alle Anbieter noch hohe Wachstumschancen aus. Apple steht ebenfalls noch ganz am Anfang. Die beiden Platzhirsche Amazon und Netflix haben weiterhin ein hohes Momentum auf ihren Plattformen und sind bis jetzt die einzigen Anbieter mit echten überregionalen Produkten im Markt, die hohe Nutzerzahlen aufweisen können. Wer sich am Ende durchsetzen wird, ist derzeit noch schwer abzuschätzen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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