Foxconn: Das Schwergewicht unter den Technologie-Zulieferern

Die Hon Hai Precision Industry Co. Ltd. kennt vermutlich kaum ein Mensch auf dieser Welt, bis man ihren geläufigeren Namen Foxconn hört. Bis vor wenigen Jahren war das Unternehmen so gut wie niemandem bekannt, und dass obwohl es zu den größten Hersteller von Elektronik- und Computerteilen weltweit gehört.

Apple, Dell, Intel, Amazon – alle fertigen bei Foxconn

Die Liste der Auftraggeber liest sich wie ein Who-is-Who der Technologiebranche: Apple fertig dort seine Laptops, Smartphones und Tablets. Sämtliche Rechner der Firma Dell kommen aus Werken von Foxconn.

Spielekonsolen von Nintendo, Microsoft und Sony kommen werden ebenfalls von Foxconn hergestellt. Gleichzeitig ist das Unternehmen Haus und Hoflieferant von Intel – fast 75 % der gefertigten Mainboards laufen bei Foxconn vom Band.

Endanwendermarkt soll erschlossen werden

Und seit 2005 versucht das taiwanische Unternehmen auch im Bereich der Privatanwender und Endkunden Fuß zu fassen. Foxconn erzielte zuletzt 59 Milliarden Dollar an Umsatz und ist damit das größte privat geführte Unternehmen aus Taiwan.

Foxconn kennen allerdings die meisten Menschen, wenn überhaupt, vor allem wegen der negativen Presse rund um seine Produktionsstätten in China: Menschenunwürdig soll es dort zu gehen, mehrere Selbstmorde die auf die Arbeitsatmosphäre und den Druck zurückgehen haben den Konzern auch international unter Druck gebracht. Auch wenn dieser immer wieder die Vorwürfe bestreitet und zuletzt selbst die Löhne deutlich angehoben hat.

Foxconn: Doppelt so viele Mitarbeiter wie Liechtenstein Einwohner

Gerade bei Produzenten in China frage man sich neben solcher Vergehen natürlich häufig: Von wie vielen Angestellten spricht man da eigentlich, wenn solche Probleme aufkommen? Bei Foxconn handelt es sich nach aktuellen Zahlen – inklusive Planung für das Jahr 2011 – um 1,3 Millionen Angestellte weltweit. Der Großteil in China.

Die Zahl ist gerade für Unternehmen, die in Europa beheimatet sind, schwer zu greifen und Vergleichszahlen sorgen dabei schon für manchen Gigantismus:

  • Bei Foxconn arbeiten mehr Menschen, als im Saarland oder in Bremen leben.
  • Foxconn hat mehr Mitarbeiter, als Köln Einwohner
  • Foxconn hält mehr Mitarbeiter als die meisten Länder militärische Truppenstärke haben
  • Foxconn hat ungefähr viermal so viele Mitarbeiter wie VW und fast dreimal so viele wie Siemens

Die Hälfte dieser Zahl an Mitarbeitern – knapp 500.000 – arbeiten in den Shenzhen Fabriken. „Foxconn Stadt“ misst mehr als einen Quadratkilometer, hat mehr als ein duzend Fabriken, eine eigene Innenstadt, Schwimmbad, Feuerwehr und ein Krankenhaus.

Foxconn absolutes Schwergewicht unter den Zulieferern

Fonxconn ist also wirtschaftlich gesehen wirklich kein Leichtgewicht und benötigt offensichtlich viele, viele aktive Hände, um das alles zu leisten. Umso mehr mag die Botschaft überraschen, dass der Konzern mittlerweile erwägt seine Produktionsstätten teilweise nach Nordamerika zu verlagern und große Teile der Produktion zu automatisieren.

Doch das ist Zukunftsmusik. Aktuell bleibt Foxconn einer der größten Hersteller und Zulieferer mit einer gigantischen Zahl von Mitarbeitern. Ein Konzern, wie ein kleiner Staat, den man kennen sollte.

16. Juni 2011

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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