Francotyp Postalia-Aktie: Abwärtsbewegung nach Geschäftszahlen vorerst gestoppt

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Francotyp Postalia: Sinkflug der Aktie nach Quartalszahlen vorerst beendet. Vorstand bleibt sportlichen Langfristzielen treu. Bis 2020 1 Euro Gewinn je Aktie möglich (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wirklichen Grund zur Freude hatten die Anleger von Francotyp Postalia schon lange nicht mehr. Der Kurs des Spezialisten für sicheres Mail-Business und sichere digitale Kommunikationsprozesse glich nämlich einem Trauerspiel. Seit Jahresbeginn liegen die Papiere mit knapp 28% im Minus, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar über 40%.

Nach den jüngsten Geschäftszahlen hat der Kursverfall zumindest vorrübergehend eine Pause gemacht. Anleger sehen offenbar wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Umstrukturierung des Konzerns beginnt langsam Früchte zu tragen. Gehen die ehrgeizigen Pläne des Managements auf, wittern Analysten sogar deutliches Kurspotenzial.

Francotyp Postalia im Portrait

Francotyp-Postalia wurde 1923 gegründet und ist seit 2006 börsennotiert. Das Unternehmen erzielte 2017 mit knapp 1.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 206,3 Millionen Euro. Der Kern des Geschäftsmodells ist die Herstellung und der Vertrieb von Fankiersystemen für ein Briefaufkommen von bis zu 200 Briefen pro Tag (A-Segment) und die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.

Dabei sind die wiederkehrenden Erlöse aus Vermietung, Verkauf von Verbrauchsmaterialien und sonstigen Servicedienstleistungen der wesentliche Umsatzträger. Flankiert werden diese Aktivitäten von Mail Services (Frankierservice, Konsolidierung von Geschäftspost) und Softwarelösungen. Mit weltweit rund 230.000 installierten Systemen liegt der globale Marktanteil bei etwa 11%. Im Heimatmarkt Deutschland ist Francotyp mit einem Anteil von 45% Marktführer. Wichtigste Auslandsmärkte sind die USA und Großbritannien.

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Geschäft von Währungsentwicklung negativ beeinflusst

Zum Jahresauftakt lag der Umsatz bei 53 Millionen Euro und damit 4,5% unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Dabei summierten sich die negativen Währungseffekte alleine auf 2 Millionen Euro. Der Umsatz des Produktbereichs Frankiersysteme lag im ersten Quartal 2018 32,1 Mio. EUR gegenüber 33,8 Millionen Euro und trug damit weiterhin mit 60% zu den Gesamterlösen bei.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte die Gesellschaft im Kerngeschäft ihren Marktanteil weiter ausbauen. Der Umsatz im Bereich Mail Services, dem Geschäftsbereich für das professionelle Dokumentenmanagement und -logistik, lag im ersten Quartal 2018 bei 17,1 Mio. EUR im Vergleich zu 17,8 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Das verarbeitete Briefvolumen im Konsolidierungsgeschäft war stabil.

Mit Zukauf Einstieg in neuen Wachstumsmarkt

Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel im ersten Quartal um 10,3% auf 7,4 Millionen Euro. Adjustiert um Währungseinflüsse aus dem ACT -Projekt Jump lag das EBITDA aber leicht über dem Vorjahresniveau. Sie müssen wissen: Hierbei geht es vornehmlich um die zügige Umsetzung von identifizierten Optimierungspotenzialen. Beispielhaft sind hier die Zusammenlegung von Standorten oder die deutliche Reduktion  der IT-Komplexität im Konzern zu nennen (bisher „über ein Dutzend ERP und CRM Systeme im Konzern“).

Vorstand bleibt sportlichen Langfristzielen treu

Unterdessen zeigt sich die Unternehmensführung zuversichtlich und peilt ab 2019 eine deutliche Ergebnisverbesserung an. Bis 2020 rechnet das Management unverändert mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro (2017: 206 Millionen Euro) und einer EBITDA-Marge von 17% (2017: 12,7%). Je Aktie soll dann ein Gewinn in Höhe von mindestens 1 Euro hängenbleiben. Sollten die Ziele erreicht werden, würde die Aktie momentan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3 bewertet werden.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.