Francotyp Postalia: Insider nutzen Kursschwäche zum Kauf

Die Aktie von Francotyp-Postalia geriet nach Vorlage der Halbjahres-Zahlen unter Druck. Insider nutzen die günstigeren Kurse jetzt zum Kauf. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Nach Vorlage der Halbjahres-Zahlen vor wenigen Tagen war der Aktienkurs des deutschen Nebenwerts Francotyp-Postalia deutlich unter Druck geraten.

Nachdem heute zahlreiche Insiderkäufe (Käufe von Personen, die eng mit der Firma verbunden sind) gemeldet wurden, startet der Kurs der Francotyp-Aktie eine deutliche Gegenbewegung.

Doch der Reihe nach:

Gleich werde ich auf die Halbjahres-Zahlen des Unternehmens, die darauf folgende negative Kursreaktion und die aktuellen Insiderkäufe eingehen.

Zuvor möchte ich Ihnen den Konzern allerdings noch kurz vorstellen.

Das steckt hinter Francotyp-Postalia

Der im Jahr 1923 gegründete und in Berlin ansässige Betrieb Francotyp-Postalia ist in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Frankier- und dem Vertrieb von Kuvertier-Maschinen tätig.

Das Unternehmen hat sich dabei fast ausschließlich auf Kunden mit geringem und mittlerem Post-Aufkommen spezialisiert.

Ein wichtiger Bestandteil des Produkt-Geschäftes von Francotyp-Postalia ist das After-Sales-Geschäft, welches im Wesentlichen aus diesen Bereichen besteht:

  • aus dem Teleporto-Geschäft (elektronische Ladung des Briefportos in die Frankier-Maschinen),
  • dem Verkauf von Verbrauchs-Materialien
  • sowie dem Kundendienst- und Ersatzteil- und Klischee-Geschäft (Bereitstellung von individuellen Logos oder Schriftzügen zum Aufdruck neben der Frankierung).

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat insgesamt 11 Tochter-Gesellschaften in:

  • Deutschland,
  • den USA,
  • Kanada,
  • Großbritannien,
  • den Niederlanden,
  • Frankreich,
  • Belgien,
  • Italien,
  • Österreich,
  • Schweden
  • und Singapur.

Damit ist der Konzern in allen wichtigen Märkten weltweit vertreten. Im November 2006 ging Francotyp-Postalia darüber hinaus an die Börse.

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Die jüngsten Zahlen im Überblick

Francotyp-Postalia hat nach eigenen Angaben im 1. Halbjahr 2017 seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Umsatz um 4,1% auf 104,4 Mio. € gesteigert.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 12,7 Mio. € jedoch unterhalb des Vorjahreswerts von 14,6 Mio. €.

Wie schon in den Vorjahren, fiel das Ergebnis im 2. Quartal 2017 zudem schwächer aus als im Auftakt-Quartal.

Gründe für die Ertragsschwäche gibt es einige:

  • So belastet beispielsweise der Umbau des Unternehmens weiterhin.
  • Außerdem haben vereinzelte auf Mitarbeiter-Fehlverhalten beruhende Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen im Bereich des Konsolidierungs-Geschäfts das Ergebnis mit 0,5 Mio. € belastet.

Fazit und Ausblick

Trotz der erneut gesunkenen Ertragskraft hält das Management von Francotyp-Postalia an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2017 fest.

Der Konzern plant unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse unverändert mit einem im Vergleich zum Vorjahr leicht steigenden Umsatz und EBITDA sowie einem bereinigten Free Cashflow (freier Mittelzufluss) auf Vorjahres-Niveau.

An der Börse kam das Zahlenwerk nicht gut an. Die Francotyp-Aktie geriet nach Vorlage der Halbjahres-Zahlen deutlich unter Druck.

Heute wurde gemeldet, dass einige Firmen-Insider die günstigeren Kurse genutzt haben, um für insgesamt knapp 150.000 € Francotyp-Aktien zu kaufen.

Die Aktie startete daraufhin umgehend eine deutliche Gegenbewegung.

Wenn Sie die Francotyp-Aktie derzeit, ebenso wie die Insider, für unterbewertet halten, sollten Sie es jenen gleichtun und auch zugreifen.

Konservative Anleger warten erst noch die nächsten Quartalszahlen ab.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.