Frankreich: Der nächste Krisenkandidat

Heute geht es noch einmal um das Thema „Zypern und die Folgen“. Wie Sie wissen, halte ich die dort durchgeführten Enteignungen von Sparern nur für einen Testballon.

Bei einer weiteren Verschärfung der Euro-Krise besteht auch die Gefahr von weiteren Enteignungen in der Euro-Zone.

Und diese Verschärfung wird auf jeden Fall kommen. Doch noch ist bei uns in Deutschland viel zu holen für die Euro-Retter. Das liegt auch an der Tatsache, dass nirgendwo das Steuersystem so effizient wie in Deutschland ist.

In den Krisenländern hat aber die Bevölkerung – auch durch die lasche Umsetzung der Steuergesetzgebung – einen relativen Wohlstand aufbauen können. Und der ist jetzt in Gefahr.

Laut der Median-Berechnung der europäischen Vermögen rangiert Deutschland auf einem der letzten Plätze in Europa. Dabei wird ein Mittelwert gebildet, bei dem die Hälfte der Vermögen darunter und die andere Hälfte darüber liegen. Mit nur 51.400 Euro rangiert eben Deutschland am Ende.

An der Spitze tauchen Länder wie Spanien oder Zypern auf. Komisch nur, dass wir jetzt für diese Länder Rettungsgelder zahlen müssen? Da läuft etwas gewaltig daneben – und der Euro wird so nicht zu halten sein.

Der Euro wird auch nicht zu halten sein, wenn ein wirklich großes Land der Euro-Zone Probleme bekommt. Eine große Gefahr sehe ich aktuell für Frankreich.

Das Land hat hohe Targetschulden und ein hohes Leistungsbilanzdefizit. Die ehemals starke Industrie des Landes verliert im harten globalen Wettbewerb stark an Boden.

Doch noch fehlt die Einsicht der verantwortlichen Politiker an der Situation etwas zu ändern. Sie scheuen den offenen Konflikt mit der Bevölkerung aus Angst vor sozialen Unruhen.

Wie stark der Widerstand sein kann haben schon massive Demonstrationen gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters gezeigt. Keine Frage: Frankreich ist für mich der nächste Krisenkandidat in der Euro-Zone.

ESM Direktorium kann ohne faktische Aufsicht agieren

Ihnen muss auch klar sein, dass weitere Rettungsmaßnahmen quasi sehr schnell umgesetzt werden können. Zwar hat das Bundesverfassungsgericht eine Hürde für den ESM Vertrag eingebaut.

Doch im Notfall kann die Bundesregierung sehr schnell den Hilfsrahmen aufstocken. Und dann sind auch deutsche Sparvermögen in Gefahr, um die ungeheuren Hilfsleistungen auch wirklich zahlen zu können.

Dabei nimmt das ESM Direktorium eine ganz besondere Rolle ein. Dieses Gremium ist nicht weisungsgebunden. Im Grunde können die Verantwortlichen völlig im Geheimen arbeiten.

Und wer muss die Folgen dieser massiven Entscheidungen zur Rettung angeschlagener Euroländer dann zahlen? Der deutsche Steuerzahler.

Ich sehe die Gefahr, dass uns eine nicht absehbare Ausplünderung bevorsteht. Stelen Sie sich vor: Schon heute belaufen sich die Gesamtforderungen an Deutschland auf mehr als 1,5 Billionen Euro.

Wenn ein Großteil dieser Summe bei einer erneuten Krise fällig wird, erwarte ich ein großflächiges Scheitern der Rettungsmaßnahmen und in der Folge auch weitreichende Bankenbankrotte in deren Folge auch die Sparer enteignet werden. As letzte Konsequenz drohen dann noch massive Steuererhöhungen.

Dabei erwarte ich einen ähnlichen Krisenverlauf wie 2001 in Argentinien. Was dort passiert ist und wie Sie vor allem Ihr Vermögen sicher durch die Krise bringen erfahren Sie schon morgen an dieser Stelle.

24. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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