Frankreich: Noch ist es ruhig – Aber der nächste Sturm wird kommen

In Frankreich hat sich in den vergangenen Wochen massive Euphorie breitgemacht. Der neue Präsident Emmanuel Macron hat von den Franzosen […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In Frankreich hat sich in den vergangenen Wochen massive Euphorie breitgemacht.

Der neue Präsident Emmanuel Macron hat von den Franzosen viele Vorschusslorbeeren erhalten. Doch damit könnte es schon bald vorbei sein…

Direkt nach seinem Amtsantritt hat er eine Bestandsaufnahme bei den Staatsfinanzen in Auftrag gegeben – das Ergebnis ist erschreckend:

Frankreich und die Maastrichter Defizit-Kriterien…

So wird das an der Wirtschaftsleistung gemessene zweitgrößte Euroland im laufenden Jahr einmal mehr die Maastrichter Defizit-Kriterien nicht erreichen.

Wie Sie wissen, besagen diese Kriterien, dass die Neuverschuldung eines Landes nicht höher als bei 3% liegen darf.

Aktuell sieht es aber so aus, als ob Frankreich an dieser Stelle 3,2% erreichen wird. Auf den 1. Blick scheint das zwar nur ein kleiner Fehler zu sein.

Doch dazu müssen Sie wissen: Frankreich verletzt diese Defizit-Grenzen schon seit Jahren und ist bislang noch immer um Strafen herumgekommen.

Doch genau das könnte sich jetzt ändern.

Zudem hatte Emanuel Macron im Wahlkampf versprochen die Maastrichter Kriterien auf jeden Fall im laufenden Jahr schon einzuhalten.

Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn er massive Sparprogramme durchsetzt – auch die hat er im Wahlkampf angekündigt.

Zu den Maßnahmen gehört eine Neuregelung des Arbeitsrechts und es sind weitere Einschnitte im sozialen Bereich vorgesehen.

Milliarden-Sparprogramme in Frankreich werden für Unruhe sorgen

Die Einsparungen sollen insges. ein Volumen von 60 Mrd. € haben. Davon entfallen rund 15 Mrd. auf die Krankenversicherung und weitere 10 auf die Arbeitslosen-Versicherung.

25 Mrd. € Einsparungen sind beim Start geplant – wozu auch der Abbau von 120.000 Beamten-Stellen gehört.

Frankreich hat hier ein großes Problem: Im Vergleich zu vielen anderen Staaten der Euro-Zone gibt es zu viele Staatsbedienstete.

So liegt die Staatsquote in Frankreich mit 57% deutlich über dem Durchschnitt der Euro-Zone mit 48,5%.

Stellen Sie sich vor: 1/4 der öffentlichen Ausgaben gehen in den Beamten-Apparat des Landes, den viele Experten als aufgebläht bezeichnen!

Doch Frankreich ist nicht gerade als reformfreudiges Land bekannt. Enorme Widerstände auf der Straße gehören dort zum politischen Alltag mit dazu.

Frankreich und Macron droht Ungemach

Insofern steht der neue Präsident vor einer schwierigen Situation:

Er muss harte Einschnitte durchsetzen, um die Wirtschaftskraft des Landes zu sichern und sich dabei gegen massiven Widerstand durchsetzen.

Noch ist es ruhig in Paris und anderen französischen Städten.

Doch schon bald könnte dem Land ein heißer Herbst bevorstehen – genau dann, wenn der neue Präsident seine konkreten Sparmaßnahmen veröffentlicht hat.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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