Frankreich und die Zukunft der EU: Dieses Risiko sollten Sie kennen

Wenn Frankreich einen neuen Präsidenten Emanuel Macron bekommen sollte, bedeutet das keineswegs eine konfliktfreie Wahl. Hier lauern gerade für den Euro und die EU einige Gefahren. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Jetzt starten die Börsen immer weiter durch. Das Thema Euro-Krise rückt dabei wieder in den Hintergrund. Ein Anzeichen dafür ist auch der Einzug von Emanuel Macron in Frankreich in die Stichwahl um das Präsidentenamt.

Nun wird dieser Kandidat immer als unabhängig beschrieben – und nach außen hin ist er das wohl derzeit auch. Doch eins dürfen Sie auch nicht vergessen: Macron diente als Wirtschaftsminister dem jetzt noch amtierenden Präsidenten Francois Hollande.

Und in dieser Zeit hat er einige sehr interessante Vorschläge zur Zukunft der EU und der Euro-Zone vorgelegt, die jetzt wieder aktuell werden könnten. Denn das ist auf jeden Fall ein Problem bei der aktuellen Einschätzung der Lage in Frankreich: Der genaue Kurs eines möglichen neuen Präsidenten Emanuel Macron ist bis jetzt noch gar nicht so klar.

Schon 2015 wollte Macron die EU umbauen

Auf seine damaligen Pläne bin ich an dieser Stelleschon im September 2015 eingegangen und ich kann Ihnen nur sagen: Es lohnt sich wirklich genau hinzuschauen, was Macron damals gesagt hat. Lesen Sie hier meine Analyse dazu aus dem September 2015:

„Viele schlaue Köpfe in Europa machen sich Gedanken, was verändert werden müsste. So hat jetzt Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron eine grundlegende Erneuerung von EU und Eurozone gefordert. Unter anderem schlug er vor, einen neuen EU-Kommissar einzusetzen, der ausschließlich für den Euro zuständig sein und über große Etatmittel verfügen soll.

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Nach Einschätzung des französischen Wirtschaftsministers hätte die Eurokrise gezeigt, dass man nicht wie bisher weitermachen könne. Deshalb solle der neue Euro-Kommissar Investitionsmittel vergeben und bei der Arbeitsmarktpolitik der Mitgliedsstaaten mitreden können. Damit soll offen eine noch viel größere als bisher schon vorhandene Transferunion geschaffen werden.

Wer sich auf die Euro-Politik verlässt – der ist verlassen

Macron sagte weiter, dass es eine Währungsunion ohne Finanzausgleich nicht geben könne und die Starken den Schwachen helfen müssten. Auf diese Weise würde genau das geschaffen werden, was bei der Einführung des Euros strikt ausgeschlossen wurde, nämlich eine Transferunion, in der die wirtschaftlich starken Staaten an die schwächeren Staaten einen Finanzausgleich leisten.

Daran sehen Sie, dass der Euro von Anfang an ein Projekt war, das nie funktionieren konnte. Eine solche Transferunion würde erst recht zu neuen Streitereien um Gelder und zu neuen Krisen führen. Gerade die starken Länder wie Deutschland werden eben nicht unbegrenzt beriet sein, für die Schieflage in den schwachen Euroländern aufzukommen. Das Beispiel Griechenland ist hier meiner Einschätzung nach auch nur der Anfang.“

Soweit der Blick zurück. Doch dieses Thema kann sehr schnell wieder auf der Tagesordnung auftauchen, wenn Macron dann tatsächlich neuer französischer Präsident werden sollte. Daher heißt auch für Sie weiterhin: Bleiben Sie wachsam und setzen Sie den aktiven Vermögensschutz weiter fort.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.