Französische Banken jubeln: Macron repräsentiert die Finanz-Elite

Vergangenen Sonntag schickten die Franzosen bei der Präsidentschaftswahl 2 Kandidaten in die Stichwahl am 7. Mai 2017:

den linksliberalen Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Abgestraft hingegen wurden die etablierten Parteien.

So schafften es weder ihr konservativer noch ihr sozialistischer Vertreter bis in die Stichwahl – einmalig in Frankreich.

Macron als Investmentbanker

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass die Eurokraten und EU-Politiker über Macrons Weiterkommen jubeln, der als Europa-Fan gilt.

Doch dieser ist nicht nur ein Spitzenpolitiker, sondern war auch ein bedeutender Investmentbanker:

Ab 2005 arbeitete er als Finanzdirektor im Finanzministerium. Danach ging er zu der wirtschaftsliberalen Denkfabrik im Pariser Institut Montaigne.

Doch das ist noch längst nicht alles…

Macron und Rothschild

Schließlich führte ihn 2008 sein Weg als 31-jähriger Investmentbanker zur Pariser Investmentbank Rothschild & Cie. 2010 wurde er sogar Partner bei Rothschild.

Und auch mit der Pharma-Industrie hatte Macron zu tun:

So begleitete er 2012 doch die Übernahme der Säuglingsnahrungs-Sparte des US-Pharma-Konzerns Pfizer durch den Nahrungsmittel-Konzern Nestlé für rund 12 Mrd. US-Dollar.

Macron repräsentiert die Finanz-Elite

Was Ihnen das sagen soll?

Macron ist alles andere als ein Mann des Volkes; er repräsentiert die französische Finanz-Elite wie wohl kein anderer im Wahlkampf um das höchste Amt des Landes!

Der Absolvent der Elite-Hochschule ENA ist beileibe kein Revoluzzer, der Frankreich aufrütteln und modernisieren will, wie er sich selbst am liebsten sieht.

Sondern er ist geradezu ein Vertreter des Primats der Finanz-Industrie und der internationalen Konzerne.

Banken jubeln

Dementsprechend erfreut, wir sprachen es bereits an, reagierten auch die Banken:

Ein Vertreter der Berenberg Bank erklärte, dass mit der Wahl Macrons Frankreich die Reformen bekomme, die es ökonomisch stärker mache und wirtschaftlich näher an Deutschland heranrücken ließe.

Die Commerzbank jubelte ebenfalls darüber, dass Macron gegen Le Pen wohl gewinnen und damit neuer französischer Präsident werden würde.

Und die Nordea Bank ließ verlauten, dass aller Wahrscheinlichkeit nach Macron das Rennen mache, und das sei eine gute Nachricht.

Macron ist kein unabhängiger Heilsbringer

Doch seien Sie schon jetzt gewarnt: Macron ist kein Heilsbringer; ganz im Gegenteil scheut er tiefgreifende Reformen und ist sogar für gemeinsame Anleihen der Euro-Länder.

Dies steht also in krassem Gegensatz zur Bundesregierung, die das strikt ablehnt – bislang jedenfalls…

Hinzu kommt, dass Macron kein unabhängiger Kandidat ist, wie er sich präsentiert und ungeprüft übernommen von den Medien.

Das ist und war dann letztlich nichts anderes als eine geschickte PR-Nummer.

Die dubiose En-Marche-Bewegung

Sie müssen die Hintergründe kennen: Macron will einst die Bewegung En Marche! (Vorwärts!) gegründet haben, die mehr als 230.000 Anhänger haben soll.

Ob diese jedoch tatsächlich existiert, scheint laut kritischen Medien mehr als fraglich.

Auch von wem die Bewegung finanziert wird und wer die Spender sind, ist nicht bekannt. Macron lehnt aufgrund des Steuergeheimnisses jegliche Auskünfte ab.

27. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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