Fraport -Aktie: Streik und Terror bremsen Flughafen-Bbetreiber aus

Die Berichts-Saison läuft weiter auf Hochtouren. Mit Fraport hat vor wenigen Tagen einer der größten Flughafen-Konzerne weltweit seine Zahlen präsentiert:

Auf den 1. Blick fielen die Ergebnisse wenig erbaulich aus – kein Wunder, bremsten doch prominente Themen wie die Terror-Gefahr und die andauernden Streiks die Reiselust der Passagiere deutlich aus.

Alles dreht sich um Frankfurt

Bevor wir in die Zahlen einsteigen, möchte ich Ihnen noch ein paar Details zum Geschäftsmodell des hessischen Konzerns liefern.

raports wichtigster Vermögenswert ist der Frankfurter Flughafen, der rund 80% zu den Konzern-Erlöse beisteuert.

Der Tätigkeits-Bereich von Fraport umfasst das Verkehrs- und Terminal-Management sowie Boden-Verkehrsdienste, Einzelhandel und Immobilien.

Drittgrößter Flughafen in Europa

Der Flughafen Frankfurt ist die Nr. 1 in Deutschland und die Nr. 3 in Europa. Er ist die Heimat-Basis der Lufthansa (60% Passagiere) und der Primär-Hub der Star Alliance in Europa.

Der Flughafen liegt strategisch günstig in Deutschland mit einem ausgezeichnetem Schienen-/Autobahn-Zugang.

Das Einzugs-Gebiet von 200km deckt mit 38 Mio. Menschen knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab.

Mit 2 Terminals mit einer Jahres-Kapazität von 65 – 70 Mio. Fluggästen und einem 3. in Planung (voraussichtliche Eröffnung: 2022) mit einer zusätzlichen Kapazität von 25 Mio. Passagieren dürfte die Bedeutung in Zukunft noch zunehmen.

Aber nicht nur mit den Flugbewegungen verdient Fraport direkt Geld. Das Geschäft mit dem Einzelhandel und Immobilien am Flughafen in Frankfurt macht mittlerweile mehr als 50% des Vorsteuer-Ergebnisses aus.

Passagierv-Volumen auf Sinkflug

Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat der Frankfurter Flughafen zwar die Marke von 60 Mio. Fluggästen knapp überschritten, aber das Niveau des Vorjahres wegen einem schwachen Sommer-Geschäft nicht erreicht (-0,4%).

Gegen Jahresende sah der Konzern hingegen wieder Licht am Ende des Tunnels:

Im Dezember kletterten die Passagier-Zahlen um 4% auf 4,3 Mio. in die Höhe, während das Frachtgeschäft sogar um 7,6% zulegen konnte.

Dies war v. a. auf den starken Welthandel, befeuert durch den niedrigen Eurokurs, zurückzuführen.

Dennoch liegt Fraport damit weit abgeschlagen hinter der Konkurrenz. Denn europaweit wuchs der Flugverkehr im abgelaufenen Jahr immerhin um 4%, weltweit betrug der Zuwachs sogar mehr als 6%.

Besonders stark fiel der Rückgang an Fraports Auslands-Flughafen in Antalya aus:

Dort musste der Konzern einen Einbruch von 30,9% auf nur noch 19 Mio. Fluggäste verkraften. Hier machten sich die anhaltenden Terror-Anschläge deutlich negativ bemerkbar.

Rückkehr auf Wachstumspfad geplant

Für 2017 zeigt sich die Konzern-Führung aber wieder zuversichtlich. Hierzu dürfte auch der neue Großkunde Ryanair beitragen:

Der irische Billigflieger wird nämlich ab März dieses Jahres vier Ziele im Mittelmeer von Frankfurt am Main direkt anfliegen. Fraport plant den Anteil des Geschäfts mit Billigfliegern von bisher 4 auf 10% auszuweiten.

Analysten zeigen sich verhalten

Während die Konzern-Führung optimistisch ist, zeigen sich die Analysten sehr verhalten. Die 24 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, erwarten einen Gewinn je Anteilsschein von 3,17 € für das aktuelle Jahr.

Das entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17. Das durchschnittliche Kursziel von 55 € liegt dabei sogar gut 2,5% unter dem aktuellen Kursniveau.

17. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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