Fraport – Mit diesem Unternehmen geht es hoch hinaus

Flugreisen und der internationale Handel nehmen stetig zu. Gründe für ein Investment in die Fraport-Aktie? (Foto: Philip Lange / shutterstock.com)

Wer logistische Meisterleistungen sehen will, sollte einmal einen Tag am Frankfurter Flughafen verbringen. So ganz ohne Reise-Stress fällt erst auf, wie perfekt am Frankfurter Flughafen Bodenpersonal, Service-Leute und Crews zusammenarbeiten. Für das vorbildliche Zusammenspiel verantwortlich ist in erster Linie der Flughafenbetreiber Fraport.

Zuletzt gelang es dem Unternehmen, das wichtige Urlaubsquartal gemessen am Umsatz besser abzuschließen, als im Jahr zuvor. Dennoch belasteten Zinsen, Abschreibungen und Währungsschwankungen das Ergebnis. Aufs Jahr gesehen hält das Unternehmen allerdings an seiner Prognose fest. Auch die Dividende soll bei 1,25 € bleiben.

Zukäufe geplant

Zum Umsatzwachstum im 3. Quartal beigetragen hat auch das wachsende Geschäft im Einzelhandel. Fraport ist eben breiter aufgestellt, als viele denken: Das Unternehmen arbeitet in vier Bereichen: Entwicklung und Betrieb von Flughäfen (Aviation), Bodenverkehrsdienste (Ground Handling), Handels- und Vermietungsmanagement von Flughafenimmobilien (Retail & Real Estate) und weiteren Diensten.

Neben dem Geschäft am Heimatflughafen Frankfurt setzt Fraport vor allem aufs Ausland. Nach den erfolgreichen Beteiligungen in der Türkei, Bulgarien und Rumänien plant der Konzern weitere Akquisitionen in Brasilien. Ebenso rückte der Flughafen in Istanbul in die engere Auswahl.

Fraport-Aktie könnte von gesteigertem Passagieraufkommen profitierenDie Fraport-Aktie steht kurz vor Veröffentlichung des Zwischenberichts. Die Zahlen für das erste Quartal werden positiv erwartet. › mehr lesen

Fraport baut neues Terminal in Frankfurt

Während eine zunehmende Internationalisierung zu begrüßen ist, kommen auf Fraport in Hessen Probleme zu: Nach den hessischen Landtagswahlen fordern die Grünen und Linken unbeirrt ein Nachtflugverbot. Protestwellen gegen den nächtlichen Fluglärm stießen bei der bisherigen Regierung auf taube Ohren.

Der Konzern hält konsequent an seinen Plänen fest. Der Bau des neuen Frankfurter Terminals mit einer Gesamtkapazität von 14 Mio Passagieren wurde von der zuständigen Behörde genehmigt. In der ersten Bauperiode sollen ein zentrales Terminalgebäude sowie 2 zivile Flugsteige errichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf knapp 1,6 Mrd €. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen 2 weitere Flugsteige gebaut werden. Ab 2021 sollen die ersten Fluggäste das neue Terminal benutzen können.

Es gibt bessere Alternativen

Dass Protest-Stürme der Anwohner Großprojekte beeinflussen können, ist nicht erst seit Stuttgart 21 bekannt. Auch wäre es nicht das erste Mal, dass es beim Bau eines Flughafens Probleme gibt. Doch auch das Zahlenwerk von Fraport macht uns Sorgen: Sinkende Gewinne im traditionell stärksten Quartal sind kein gutes Zeichen. Wir raten daher trotz der guten Arbeit, die an den Flughäfen von Fraport geleistet wird davon ab, die Aktie zu kaufen. Derzeit gibt es bessere Alternativen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.