Freeport McMoran Aktie: So soll die Krise beendet werden

Wie heftig die Rohstoffkrise einige Unternehmen trifft, zeigt sich bei den aktuell vorliegenden neuen Bilanzdaten.

Sie können sich vorstellen, dass gerade Rohstoffunternehmen mit verschiedenen Geschäftsbereichen eigentlich ein besonders stabiles Geschäftsmodell haben sollten. Fällt der Preis bei einem Rohstoff, dann bleibt noch die Chance bei den anderen Rohstoffen von stabilen Preisen zu profitieren.

Dramatisch wird es jedoch, wenn alle maßgeblichen Geschäftsbereiche unter fallenden Preisen leiden. So ist es gewesen bei Freeport McMoran. Das US-Unternehmen hat drei maßgebliche Geschäftsbereiche.

Freeport ist einer der größten Kupferproduzenten der Welt. Im Jahr 2015 hat der Konzern aber auch 1.250.000 Unzen Gold gefördert und gehört damit auch zu den internationalen Topwerten. Gleichzeitig besteht auch noch der Geschäftsbereich Energie mit einer Ölproduktion auf Jahresbasis von immerhin fast 53 Millionen Barrel.

Wie Sie wissen, haben sowohl der Kupferpreis als auch der Goldpreis als auch der Ölpreis in den vergangenen zwölf Monaten stark gelitten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Freeport nun massive Verluste für das abgelaufene Quartal und das abgelaufene Geschäftsjahr gemeldet hat.

So blieb unterm Strich ein Nettoverlust von 12,2 Mrd. Dollar. Das ist ein extrem hoher Wert, der allerdings hauptsächlich auf Abschreibungen und Anpassungen der Bilanz beruht. Im Endeffekt ist es so, dass bestimmten Rohstoffvorkommen in der Bilanz ein Wert zugeordnet wird. Sinken nun die Preise für die Rohstoffe, sinkt auch der Wert des Vorkommens.

Freeport McMoran hat auch operativ einen Verlust eingefahren

Durch den massiven Preisverfall im vergangenen Jahr war Freeport McMoran gezwungen, massive Abschreibungen und neue Bewertungen von Vorkommen vorzunehmen. Das hat hauptsächlich den massiven Verlust ausgelöst. Rechnet man diese Maßnahmen aus dem Ergebnis heraus, so hat das Unternehmen „nur“ einen Verlust von 89 Mio. Dollar im Jahr erzielt.

Grundsätzlich ist die Finanzlage beim Unternehmen sehr angespannt. Aktuellen Cashreserven von 224 Mio. Dollar stehen komplette Kreditverpflichtungen von rund 20 Mrd. Dollar gegenüber. Jetzt ist das Management gefordert, den schon eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Bilanz voranzutreiben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Freeport immerhin schon die Investitionen um 29 % reduziert. Gleitzeitig sank auch die Kupferproduktion um immerhin 150 Mi. Pfund, umso den Cashflow zu stärken. Zudem hat das Unternehmen die Zahlung der Dividende eingestellt.

Für mich steht fest: Ohne steigende Preise im Rohstoffsegment wird es für Freeport McMoran sehr schwer die Stärkung der Bilanz wirklich voranzutreiben.

27. Januar 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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