Freitag ist der letzte Hexensabbat in diesem Jahr

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Am Freitag dieser Woche tanzen zum 4. und damit auch zum letzten Mal in diesem Jahr die Hexen an den Börsen. Lesen Sie jetzt die Details und Hintergründe. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Nachdem am vergangenen Sonntag eine Verschärfung des Lockdowns in Deutschland beschlossen wurde, die heute in Kraft getreten ist und auch andernorts die Maßnahmen nachgeschärft wurden, vermuteten einige Marktteilnehmer, dass es zum Wochenauftakt an den Aktienmärkten etwas turbulenter werden würde.

Wie wir heute wissen, kam es anders. Wir erleben eine relativ ruhige Handelswoche mit insgesamt freundlicher Tendenz. Am Freitag könnte es jedoch noch einmal vorübergehend etwas hektischer an den Börsen werden.

Der Grund: Am Freitag dieser Woche findet zum 4. und damit auch letzten Mal in diesem Jahr der sogenannte dreifache Hexensabbat statt. Dabei handelt es sich um den großen Verfallstag an den Terminbörsen.

Dreifacher Hexensabbat = großer Verfallstag an Terminbörsen

Der dreifache Hexensabbat ist deshalb als großer Verfallstag bekannt, weil an diesem Tag weltweit gleich drei Arten von Anlagen fällig werden: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.

An diesen Tagen (und häufig auch schon im Vorfeld) geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu. Der große Verfallstag ist jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Der Hexensabbat ist der Tag der Abrechnung.

Viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken sind in Terminkontrakten investiert, die am Freitag abgerechnet werden. Im Vorfeld wird stets versucht, die Basisindizes (DAX, Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Wenn sich sehr viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, dann kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale durchstarten.

Weitere Informationen zum sogenannten Hexensabbat

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investition in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse. Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht.

Ein Beispiel: Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basispreis, macht man als Besitzer der Option einen Gewinn.

Der Verkäufer hingegen macht einen Verlust, weil er die Aktie nicht zu dem inzwischen höheren Preis an der Börse verkaufen kann. Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen. Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen.

Entwarnung: Keine größere Bedeutung für Privatanleger

In der Regel können Privat- und Kleinanleger keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschehnisse am Hexensabbat nehmen. Die großen und bestimmenden Akteure sind beispielsweise Banken, Versicherungen und Fondsmanager.

Für gewöhnlich haben die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden heftigen Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung.

Ausblick: Am Jahresende erfülle ich auch noch einen Leserwunsch: In den kommenden beiden Wochen finden Sie hier im „Schlussgong“ eine mehrteilige Serie zum Thema Wasserstoff. Ich stelle Ihnen unter anderem einige meiner Favoriten aus der Branche vor.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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