Freitag steigt der letzte Hexensabbat im Jahr 2018

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Am Freitag wird es voraussichtlich noch einmal zu größeren Schwankungen an den Aktienmärkten kommen. Denn dann steigt der dreifache Hexensabbat. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen sorgte das sogenannte Window-Dressing der Fonds für größere Kursausschläge bei einzelnen Aktienpositionen. Darüber habe ich am Dienstag dieser Woche hier im Schlussgong ausführlich berichtet.

Insgesamt war das Börsenjahr 2018 von starken Schwankungen geprägt. Kurzfristig wird es auch nicht ruhiger. In diesen Tagen müssen Sie noch einmal mit größeren Schwankungen rechnen. Denn morgen steigt zum 4. Mal in diesem Jahr der sogenannte dreifache Hexensabbat.

Als Schlussgong-Stammleser kennen Sie den heißen Börsentanz bereits: Der dreifache Hexensabbat ist auch als großer Verfallstag bekannt, denn an diesem Tag verfallen weltweit drei gleiche Arten von Anlagen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes. An diesen Tagen geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu.

Der große Verfallstag ist jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Der Hexensabbat ist der Tag der Abrechnung. Das ist auch morgen wieder der Fall.

Denn: Viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken sind in Terminkontrakten investiert, die morgen um 12 Uhr abgerechnet werden. Im Vorfeld wird daher versucht, die Basisindizes (DAX, Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Wenn sich sehr viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, dann kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale durchstarten.

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Der Hexensabbat im Detail

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investition in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse. Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht.

Ein Beispiel: Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basispreis, macht man als Besitzer der Option einen Gewinn.

Der Verkäufer hingegen macht einen Verlust, weil er die Aktie nicht zu dem inzwischen höheren Preis an der Börse verkaufen kann. Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen.

Keine große Bedeutung für Sie als Privatanleger

In der Regel können Sie als Privatanleger keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschehnisse am Hexensabbat nehmen. Die großen und bestimmenden Akteure sind beispielsweise Banken, Versicherungen und Fondsmanager.

Für gewöhnlich haben die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden heftigen Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung. Innerhalb kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und die Kurse pendeln sich zumeist wieder auf dem vorherigen Niveau ein. Sie können sich also zurücklehnen, das Schauspiel betrachten und die letzten Weihnachtsgeschenke einkaufen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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