Fremdwährungskredite: Kroatien friert Frankenkurs ein

Wie Sie sicherlich auch mitbekommen haben, steht der Devisenmarkt seit einigen Wochen stark im Fokus. Zunächst verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert.

Dann sorgte die Schweizer Notenbank mit der Aufhebung der künstlich eingeführten Wechselkursobergrenze zum Euro für einen wahren Paukenschlag am internationalen Devisenmarkt.

Schon seit Jahren werden immer wieder auch Fremdwährungskredite als Form der Depotabsicherung angeboten. Doch ich sehe hier eine große Gefahr für den Kreditnehmer – wie die aktuellen Turbulenzen einmal mehr unter Beweis stellen.

Doch die massive Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro trifft vor allem viele Menschen in Osteuropa, weil dort solche Kredite in den letzten Jahren massiv vergeben wurden.

In Kroatien stehen beispielsweise jetzt bis zu 300.000 Menschen vor dem Bankrott, weil sie den erhöhten Kreditbetrag, der nach der Frankenaufwertung zurückgezahlt werden muss, nicht mehr tragen können.

Fremdwährungskredite sind keine gute Absicherung – das Risiko ist einfach zu groß

Dort geht es um ein Volumen von über drei Milliarden Euro an Fremdwährungskrediten. Um die deshalb drohenden Konkurse zu verhindern, will nun die kroatische Regierung den Wechselkurs der kroatischen Kuna zum Schweizer Franken auf einem Niveau vor der Aufwertung willkürlich festsetzen. Die Kosten dafür sollen die Banken tragen.

Doch solch eine Aktion halte ich für genauso falsch, wie schon zuvor die von der Schweizer Nationalbank festgelegte Obergrenze, die sie jetzt wieder aufheben musste. Noch nie ist es langfristig gelungen, willkürlich bestimmte Wechselkurse gegen den Markt stabil zu halten.

Für Kroatien bedeutet so eine Kursfestsetzung, dass die eigene Währung künstlich auf einem hohen Niveau auch zu den anderen Hartwährungen gehalten wird. Das heißt, dass die Exporte des Landes einbrechen werden, und damit die ganze Wirtschaft. Von den Kosten einer solchen Aktion ganz zu schweigen.

Am Ende muss der Kurs dann doch freigegeben werden und die heimische Währung stürzt völlig ab. Ähnliches praktizierte auch Argentinien. Das Land legte einen festen Kurs des heimischen Peso zum US-Dollar fest. Das führte am Ende im Jahr 2001 zu einer dramatischen Krise, die bis heute noch nicht ausgestanden ist.

Sie sehen daran, wie wenig Politiker von Wirtschaft und Geldpolitik verstehen. Diese glauben, beliebig in den Markt eingreifen und alles willkürlich steuern zu können, um am Ende doch ein Fiasko zu erleben. Das Gleiche gilt auch für alle Aktionen, die die EZB derzeit praktiziert, um den Euro zu „retten“.

Für Sie heißt das, dass Sie keinesfalls auf Politiker oder Notenbanken vertrauen sollten. Die „Rettungsmaßnahmen“, die heute ergriffen werden, führen bereits in kurzer Zeit zu einer Katastrophe.

4. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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