Fresenius Aktie: Wird 2018 alles besser?

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Die Fresenius Aktie war 2017 der zweitschwächste Wert im Dax – wie konnte das passieren? Und wird 2018 alles besser? (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Insgesamt gesehen war 2017 ein gutes Jahr für den Dax und die meisten seiner 30 Einzelwerte: Lediglich sechs Titel beenden das Jahr auf niedrigerem Niveau als sie es begonnen haben.

Relativ überraschend am unteren Ende mit dabei ist auch der Gesundheitskonzern Fresenius. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen eigentlich eine Erfolgsstory hingelegt, der Aufstieg in den Leitindex liegt noch keine zehn Jahre zurück, seitdem ging es überwiegend aufwärts.

Allein in den vergangenen fünf Jahren ging es unterm Strich um mehr als 120 Prozent nach oben – doch 2017 ist das einzige dieser fünf Jahre, das die Fresenius Aktie geschwächt hat. Um rund 12 Prozentpunkte ging es in den zurückliegenden zwölf Monaten abwärts, das Papier ist damit zweitschwächster Dax-Wert überhaupt im Jahr 2017. Nur ProSiebenSat.1 lief noch schlechter.

Megadeals eingetütet

Dabei gab es durchaus gute Nachrichten. Mit den Übernahmen des US-Generikaherstellers Akorn und der Biosimilar-Sparte von Merck wurden zwei Megadeals in die Wege geleitet, die das Fresenius-Portfolio stärken und die Zahlen weiter voranbringen sollen.

Doch es gibt auch Gegenwind. So ziehen sich die Prüfungen der Wettbewerbshüter hinsichtlich der Akorn-Übernahme in die Länge, das Geschäft wird erst 2018 abgeschlossen – und seit der Bekanntgabe des Deals haben sich die Zahlen von Akorn verschlechtert.

Zudem tun sich in den Vereinigten Staaten derzeit Apotheken und Versicherer zusammen, um gegen aus ihrer Sicht zu hohe Medikamentenpreise vorzugehen – zu Lasten von Unternehmen wie Fresenius. Und auch der Konkurrenzdruck durch neue Nachahmerprodukte wird nicht eben geringer.

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Für das neue Jahr bleibt also nur zu hoffen, dass Fresenius Erfolge melden kann. So gilt die Akorn-Übernahme durchaus als Investition in die Zukunft: Fresenius-Chef Stephan Sturm hat den Zukauf vor allem mit der Produktpipeline des US-Wettbewerbers begründet. Man hofft also wohl auf neue Blockbuster in absehbarer Zeit, die frisches Geld in die Kassen spülen dürften.

Fresenius Aktie: Gemischte Gefühle für 2018

Analysten blicken mit gemischten Gefühlen auf die Fresenius Aktie. Einerseits haben sie ihre Erwartungen für den bereinigten Gewinn je Aktie für 2018 nach unten korrigiert, im Schnitt rechnen sie nun nur noch mit 3,56 Euro.

Andererseits aber empfiehlt die Mehrheit der Experten die Fresenius Aktie weiterhin zum Kauf – und auch das Kursziel liegt mit rund 79 Euro mehr als 20 Prozent über dem Schlusswert von 65 Euro, der zum Jahresabschluss erzielt wurde.

Optimistische Analysten gehen sogar noch einen Schritt weiter: Wird die Aktie zum Kauf empfohlen, liegt das Kursziel meist bei 80 Euro (Independent Research; Warburg Research) bis 89,10 Euro (Berenberg Bank).

Einen weiteren Kurssturz erwarten dagegen die wenigsten: Lediglich die UBS rät zum Verkauf des Papiers (Kursziel: 57 Euro).

2017-12-31 Fresenius


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.